Heft 
(1987) Nr. 10
Einzelbild herunterladen

20 Lagergemeinschaſt Auschwitz/Freundeskteis det Auschwitzer e. V.

Unsere schwache messianische Kraft

W0 Jetzt der kleine ParkpLat?z tür Museumsbesucher 1st, arbei- tete damals dde BetonkoLonne. Tadek, me1n Krakauer Gastgeber

Un den ersten Dezembertagen 1986,

sagte mir es, als vir aus se4 nem Vagen sttegen.

Beim Drahtbiegen konnte man a1- LerLei vahrnehmen. Drahtbiege- maschine? Tch hatte»Drahtbiege- maschinen verstanden. Doch das gab es ntcht. Die Armäerungs- drähte mußten mät den Händen ge- bogen verden.

Die ersten vLer Wochen 1n der BetonkoLonne hatte der durch An- den- Handge Lenken-hängen, Prüge 1 und Stehbunker entkräftete Häft- Ling Tadek in einer HoLzvo1LL- Kiste unter sinem Merktisch ver- brängen dürfen. Das und eine

vom Kapo zugeschanzte zusätz- 1che Ke11e Suppe tägLich vi rd Uhm das Leben gerettet haben. Frotzdem: Meine schlimmsten Vochen in Auschwitz, sagt er heute. Man veißB, vde venig der Monsch zu Längerer Bevegungs- Losigket in Einsamkei t und DunkeLheit geetLgnet 1st, vi0 rasch sich das auf Mahrneh-

mung und AktLon eingeste1Lte Hrn dann gegen sei1nen Träger richtet; vie1e»drehen dann durch, Tadek stand es durch

und kam zu den Kräften, die es Uhm erlaubten, a1s Drahtbie-

ger zu überLeben.

Jotzt Ist er Pensonär und undert sLch immer noch sin ventg, venn er hier auf dem BetonpLatz unwett vom Lager-

tor(ArbeLt macht frei*) aus senem Auto stelgt, mit oinem deutschen Gast zudem. An ei

nem der masstven Eckpfetler des Starkstromzaunes sagt er:

Ier haben vr beim Gäießen ei ne FLasche mät unseren Namen oünge lassen, damit irendoine Spur blelbt.*

»Nach Auschw tz fFahren vär gerne essen', hatte mr eln Krakauer im Frühahr einmal erzählt, so a1s

gäLte es, eotwas vie Norma1t tat für

die Stadt mt dtesem Namen zu be-

haupten. In der Tat bietet der ba-

rocke, recht österreichisch anmu- tonde MarktpLatz e1n einLadendes

Bi 1d und auch däe fLache, nächt oben vLe1LfFäLtige Landschaft hat etvas

vie me 1ancho1Lische Würde. Nächt e1nmal de alten Retterkasernen,

däie BLocks des Stammlagers, möchte man, mt heutigem Sinn für funktions- gemäße Proportion, häßLich nennen. Doch vr sind 1n Oswecim und däe Last jüngster Geschächte 1st da, überalL. Der Bundespräsident schrieb Uns GrußBvort zur Einwehung der Internattonalen Jugendbegegnungs- stätte:»*Hoffnung vLrTd ndTgendwo tLefer empfunden als hier.* Däese Jugendbegegnungsstätte, ein Locke 3 res Ensemb1e zdegeLgedeckter Bau- ten, die ein überdachter 6ang ver- bändet, 1st von zvei Archä tekten erbaut vorden, von Alfred Przybä LskKä, einst Häft1ing Nr. à71, und von

He Imut MorLock, der den Bau als Beitrag zum Leben versteht, a1s eine Antwort auf die Frage, vas der Mensch*nach Auschwtz machen kann*.

Die Jugendbegegnungsstätte 11egt Knapp zve1 Ki 10me ter vom Stamm1a- ger entfernt. Museums 1e4 ter Kazi mäierz SmoLen und dde anderen alten Auschvttzer, de häer begonnen ha- ben, Spuren zu sdchern und Erinne- rung festzuhalten, a1s es noch kei- ne Institutton dazu gab, sprechen von den KonservLerungsprobLemen. vor kKurzem haben Armeetechntker vorschläge ausgearbeitet, dde be. nutsam erprobt verden so11en. N4e