Heft 
(1987) Nr. 10
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lagergemeinschaſt Auschwilzißreundeskteis der AuschMitzet e. V. 13

laus angezündet verden kann, ohne daß auch nur annhernd etner zur Rechenschaft gezogen vLrd, venn scheLnhe1LL1g vom Frteden ge- schwätzt vLrTd und Konkrete Ab- nistungsvorschLäge unter faden- Scheintgen Gründen abge Lehnt ver- den. Und dann s1tze 1Lch 1n einer Frak- tLon und habe dte Leute vor mür, die all dtejenigen Merte vertre- ton, die 1ch seLber verndern v111. Staatsmänntsch, technokra- tüsch, ohne EmotLonen. Tradttio ne11e Verte, dte nächts anderem dienen, als nur dem Profdt: Gehorsam gegenüber der Obräg- Ket, sgal, ob sLe recht hat oder nicht, Intoleranz gegen- über Andersdenkenden, Erhalt des bürgerLLchen Bi Ldungsniveaus, vom Kotau vor dem technoLog- schen Fortschritt ganz zu schvei gen, der angebLLch das Leben und die MeLt verbessern so11, statt- dessen daie Menschen nur ärmer und kränker und das Leben kä1- ter macht. SoLange es Bereiche gäbt, 1n denen bedtngungsLos Gehorsam gefordert vLrd, soLange vetter nach starr vorgegebenen, von 1rgend emand Lrgendvann ein- ma1 vorgegebenen Normen stur erzogen virTd, ohne zu überprü- ten und zu hänterfragen und so Lange dte Würde etner eigen- ständigen Persön1ichkett nächt zum höchsten Mert vird, so1Lange * eine Meuauf1age von Auschwtz mög1Lich sein. Deshalb muß ein System ver- hündert verden, das Menschen zu Bestten macht. Konsequenz für mtch: meine Ar- beit für eine menschLLchere Ge- se1L1schaft muß effektiver ver- don. Und 1Lch sehe etne größere ErfLztenz gerade 1n einem per- sönLLchen Gespräch. enLger 1n Massenkundgebungen ust Betroffenhett zu erzeugen, a1s vLeLmehr 1n persön1ichen Gosprächen, ve11 der Gesprächs- partner gezwungen vLrd, s1ch mt Gesagtem ausetnanderzu- setzen, vetL1 er dtrekt antvor- ten muß. Gespräche, 1n denen 1ch KLarmachen v111, daß man gegen a11es etntreten muß, vas un- menschLLch 1Lst.

Dazu gehört aber auch o1ne Ver- inderung des etgenen Lobens. Mehr besseres vor1eben, auch gegen

sch seLber kKämpfen, gegen e4ge ne Bequem1ichkett.

Noch einmal nach Auschwttz fFahren? Ja! Aber auch nach Polen! Die menschLiche Wärme, dde bei uns nLcht mehr vorhanden 1st, habe ich dort sehr stark empfunden. Ich möchte mehr von Polen sehen und Polen besser verstehen Lernen.*

. 4 3* L.

ückgrat raus!

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Zweifle nicht an dem der dir sagt er hat Angst aber hab Angst vor dem der dir sagt

er kennt keinen Zweifel

Erich Fried Aus: Gegengift, 1974