Heft 
(1986) Nr. 9. Dezember 1986
Einzelbild herunterladen

Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Auschwitzer e V.

Entschdigung und Kein Ende?

Der aossproch des Bundestagsabo9s- ordneten Fellner, daß die Juden schnel1 zor Stelle seien, Lenn in deutschen Kassen 6e10 klin9gels,

11ch för nichtig erklärt?

Oer Hinoeis, daß bereits i1Liar- den bezshlt ourden, da6 dis Bun- desrepubLLk dte abtrsquno der

Schuldenlast des Oritten Reiches öbernomsen habe, Löhrend der an-

dere deutschs 5taat sich aus der

Verantvortung stehle, kann för

bar berechtioter able6 zo schärf- stem Protest gqegen eine in unss- rem Uolk usitverbreitete Ein- stellung:*ßört doch endltch auf, ons müt denm 181digen Thema der Henschen mlt sozislen und mors- nationalsozialistischen Verbre- 11schem Selbstverständnis und chen in den Ohren zu 11s96n0 das Lo11en Lir unseren oeshlten Vertretern doch unterstellen nicht ausretchen. GänzLich unsr- träolich 1st der Cedanke, daß sich das Problem auf*natürliche Uei- se al1so durch den Tod der sois so immer Lenioer Lerdenden Betrof- fenen- von sslbst»erlediot*.

. dieser Verbrechen Leben bis hebte unter uns entschs- o19t»urden viele von ihnen noch nicht, v1ele hsben den zer- mürbenden Kampf im NMetzoerk der Gesetze und Bestimmungen mitt- 1erbeile resioniert sufgeoeben.

Oeshalb fordert die Laoergemein-

schaft auscheitz Freundeskreis

der aoscholtzer sinorinolich

vom Gesetzqeber, schnellstmög-

1iche Schritte zu unternehmen, om

die gesetzl1chen Löcken zo schliss- sen, die bisher eine Entschäci- quno der genannten Personsngrp- pen vsrhindert haben. ehr als

Lierziq Jahre sind seit dem Ende

des schrecklichsten Kapitels onse-

rer Geschichte vergangen. Lir ha- ben uns eingerichtet, sind stolz und sslbstzufrieden geborden. Un- sere Ohren sind taub, unsers Her- zen hart geborden. Uas so11 sine so spste Heoelung noch bringen?

Uir haben doch gqenögend Probleme

in Gegenart ono Zokönft, lassen

oLr doch die Verqangenbett rohen,

Lürd mancher saqen.

Jünoqst nun am 4. Movember 1986 hat die Bundesregierung öüber das Famtlienmtntsterium dem Bundes- taq sine umfassende Bestands- aufnahme zur bisherigen Entschä- diqunqspraxis vorgeleot, die dieser angefordert hatte. Darin hsiGt es zosammenfassend, daß keinerlei anlaß för neue Uieder- qutmachungsgesetze geoeben ssi und die bisherigen Reoelungen auch in stritticgen f1Len aus- reichten.

Dem können uir als Lsgergensin- schaft auscheit?z Freundes- kreis der auschottzer, als en- schen, dise gegen das Relati- ieren, Verdrängen ond Verges- O ankämpfen und sich bevußt an die Seite der Opfer stel- len, nur hsftig Licdersprechen. Uo sind denn bis heute dis Ent- schsdiqungen- Uiederqotmachung

Stehen Sie, die Sie diese Zeilen

1esen, dennoch nicht aof der Sette derer, die den 5at? von onterschreiben könnten:*Ein Volk,

ist ein zU fatales Uort für 5

cie ehemaligen Zbangsarbstter, oas diese virtschaftlichen Lein

d1e S5inti und Roma, die FHomoss- E Recht, von auscheit? nichts mehr

ue11en, die so9enannten asozialen, die Stertlisierten, dis politisch und rs1igiös Verfoloten sovts die personen, denen Entschädiqunqs- 1e1stungen uieder entzogen ourden, Si1 s1ie s1ch nach den 30.11.1546 geoen die Freiheitlich-Demokra- tische Grundordnung betstigt ha- ben? Uann bird das entsetzLLche W nGesetz zur Verhütung erbkKranken Nachouchsesn vom 147. 1933 end

hören z0 o11en.*

Uber auschoitz, dem öeltositen Sym- bol börokratisch qeplanter und technisch rationel1 vo1l?Zogener Un menschlichkelt darf Kein Breas

hsen. S Lachse oSrharo Herr