Lagergemeinschaft AuschwitzFreundeskreis der Auschwitzer e.V. 3
1986 bekundete aber auch das Par- 1ament der BRD einsttnmtg im No- vember den NL11Len zu einer Ge- denkstätte des Erinnerns 1n Au- schwitz. Es g11t, s1ch dem Verges- sen-o11en entgegenzustelLen, der Erinnerung das Nort zu reden—
In einer zeilt,„o die Uberleben- den bald auf 1e Entschlossen- helt ihrer Freunde, der st1e und
3 Schlcksal Uberiebenden, rech-
I müssen. Im Nanen der Opfer n
schen v17 uns Thre MtgLied-
schaft in der Lagergemeinschaft Auschvitz- Freundeskreis der Auschttzer, damtt mögltchst viele Menschen helfen können, die Erinnerungen vachzuhal- ten, Ihre Ideen, Erfahrungen und Thren ftnanztellen Beitrag in die Arbeit der Dokumenta- tions-Merkstätte in Auschwitz und in Frankfurt einzubringen, um dem Zeitgeist der Totschwei- ger der Opfer entgegentreten
zu können. Heike Oui11
bONWMEhMONS WERKSTKTE„
Auschutz, das Lst dte Gedenk- stätte, aber dort 1st Auschw tz am ventgsten“, hatte MontLka He 1d Lhre Retse mut Hermann Retneck nach Auschwitz 1982 resümdert. AuschvLtz 1st 1n Frankfurt, 1n Raunhe1m, 1n Bad Homburg, 1n Ham- burg, Ber1in und München;»Au- schvLtz 1st 1n Gambach, vo Her- mann vohnt, AuschwLtz 1st über- a11 dort, vo dte Opfer 1eben, es
Lst dort, vo man von Lhnen sprächt.
Die Opfer stnd alt und s1e be- rürchten, daß AuschwLtz sttrbt, venn s1e sterben.*
Ja, Hermann, mt der Dokumen- tattons-Verkstätte geht es zu Langsam, auch für uns zu 1ang- sam! MWdT s1nd zu vendge, brauch- ten mehr He1fer, mehr Zett, auch ohr Mut, un e1gene Berührungs- ste mt Uber1Lebenden und 1h- ren Schtcksal zu Mtt dem gezLe1lten Samme 1Im von LLteratur sovde der Katalogtete- rung konnte begonnen verden.
Für dte Dokumentatton der Er- rahrungen von Uber1lebenden wur- den zve4 Dakttergeräte so—
vde etne komplette Abhöranage angeschafft.
Der Kauf e1ner Schrei bmaschine zur schrtft1LLchen Ftxterung
der Intervevs und Gespräche 16t 1n PLanung.
Doch erste Versuche so1cher Er- Lnnerungsgespräche mdt Uber- Lebenden 14eßen FühLen, vas
AUSCHVWTZ
Montka He 1d me1nte, venn s1e Au- schwtz dahdn verlegte, vo über AuschwLtz gesprochen, gefragt, ge-— antvortet, gevelnt v1rd.
ELne Adressen1tste der 1m Groß- raum Frankfurt Uber1ebenden haben vLr erstelLt, v1LrT haben uns Ge- danken gemacht über dte Form der Kontaktaufnahme, haben uns Fragen Gber1egt und versucht, über un- sere etgenen Angste und dte der Uber1ebenden zu sprechen. Behut- sam, taktvol1 und verantvort1LLch vo1Lten»1r vorgehen.
Doch vde können vLr verantvort- 11ch sen? Wde können vr däie Ge- danken, dte Gefühle, a11 dte auf- tauchenden B4 1der verantvort1Lch begletten, venn ade, nach dem Ge- spräch, vor a11em 1n der Nacht, den Uber1ebenden umtretben, venn er 1ingst vLeder alLetne 1st?7
Und ddte Angst 1n uns? Vde können vLr mt 1hr so umgehen, daß v1r das aushalten, nur zuhören, vas der andere durchlebt hat, ohne dte Angst erträg1Lcher dadurch zu machen, uns vor al1Lzu großer Be- troffenhett zu schützen, uns hinter der Dstanz der InterViever-RoL1e zu verstecken, gar dte Ro11e der Peiniger anzunehmen?*So v16 Du fragst, so fühle 1Lch müch v4e 1m Verhör mit der Gestapo, s80 geht das nLcht“, sagte verzveifeLt metne Gesprächspartnertn. Und da- bei vo1LLte 1ch nur nachahken, venn


