Heft 
(1985) Nr. 7. Dezember 1985
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Lagergemeinschaft Auschwitz V Freundeskreis der Auschwitzer e V.

Die Lüge

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AKTION SUHNEZEICHEN Friedensdienste e. V.

Es gibt viele Beispiele dafur, wie in

den vierzig Jahren nach dem Ende des Zweiten Welikrieges in der Bun- desrepublik die Auseinanderset- zung mit der eigenen Geschichte vermieden vurde. Gemeint ist eine Auseinandersetzung, die nicht durch Verdrangung, Aufrechnung. Verharmlosung und Bestreitung ge- kenntzeichnet ist, aber eine Ausein-

andersetzung, in der Trauer, Mi-

leid und der Wille zu personlichen und politischen Konsequenzen eine enischeidende Rolle spielen. Viel- leicht haben die gesammelten Pein-

lichkeiten in der Diskussion wäh- rend der Wochen und Monate vor

dem 8. Mai etwas dazu beigetragen.

daß dies deutlich wurde.

p IUs wonder nschine LUoen und kenEnce

An dieser Stelle soll nur ein Apekt dieser Diskussion behandelt werden, der in der Arbeit der Ak-

iion Sühnezeichen/ Friedensdienste

Seit Jahren eine große Rolle spielt: Die Diskussion um die Schaffung eines Straſtatbestandes gegen die Bestreitung des Völkermordes an den Juden, bekannt geworden un- ler dem Schlagwor»Auschwitz- uge. Im Juni 1981 haue Aktion Sühnezeichen/ Friedensdienste zu- ammen mi dem»Public Comittee oſ Auschwitz Survivors in lsrael« nierzu eine Presscerklärung veròf- ſenlicht, in der der Autor des Bu- ches»Die Auschvitz-Luge«, Thies Christopfersen. als Lügner bezeich- nei vird und in der die Schritie der Bundesregierung zur Schaffung von Mõglichkeiten, dagegen geset? lich vorzugehen. begrüſt werden.

Das Thema hat zwei wesentliche Aspekle:

1. Es gibi eine in den leizten Jah- ren zunehmende Zahl von Publika- ionen. in denen der Volkermord an den europãischen Juden verharm- lost. bezweiſelt und bestritten wird. Neben dem Buch von Thies Chri-

sophersen. der inzwischen inhaf- iierm ist, gibt es etwa ein Buch des

Rechisanwaltes Manfred Roeder mit dem Titel»Der Auschwitz-Be- trug«. 1979 erschien im Tübinger Graberi-Verlag das Buch»Der Au- SchwitzMynhos Legende oder Wirklichkeit? des ehemaligen Hamburger Finanzrichters Wil- helm Stäglich, das erst im Mai 1982 durch einen Beschluß des Landge- richtes Stuugan wegen Volksver- hetzung und Aufstachelung zum Rassenhaß verboten wurde.