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Sieht man darauf noch ihrer Tränen Spur... Verworrne Schrift und klarer nicht der Inhalt... (Gewiß verlor das Mädchen den Verstand!)
Des Vaters Fluch... das Lebensziel, es dränge.... Die Kunst, die sie begeistert, lockt und ruft... Kurz, daß sie ihrem Schicksal einen Ruck gab Und mit der wandernden Gesellschaft durchging!
IX.
Wie das Wild, wenn des Jägers Büchse knallt, Und das tödliche Blei herüberpfeift,
Das es nur streift, nicht trifft, und dann das Wild Eine Sekunde lang taumelt und keucht
Betäubt umherblickt, lauscht— und plötzlich drauf Mit wildem Sprung sich aufrafft und aufs neu Dem Jäger, der Gefahr entgegenspringt:
So Job. Er wankt... er taumelt... Dunkelheit, Etwas wie Star... lastende Finsternis
Verwirrt ihm seinen alten armen Kopf.
Aufheult er, fühlt den wehen Stich, doch kann Den Laut nicht finden für sein Schmerzgefühl. Endlich bricht es hervor:„Und auch noch dies? Das letzte Kind... Mirjaml... ah, nun auch du!“ Dann bitterlich fängt er zu schluchzen an,
Und nicht sich selbst beklagt er, nur das Kind. Doch als der erste Ansturm dann vorbei war, Zerbrach er alles: keinen Götzen hatt’ er,
Nicht Sohn, nicht Tochter mehr, noch sonst derlei, Sein Herr war nur der eine:— Adonail
Das enge, verbleite Fenster stößt er auf— Am Himmel blicken ein, zwei Sterne nur— Und blickt empor und in die Nacht hinaus, Die sich in dichte, düstre Trauer kleidet
Und so, als ob alle die Heerscharen
Des Herrn der Heerscharen dort oben stünden
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