ein Verdienst, aber zugleich war jener Husarenstreich in seiner Voreiligkeit die Kompromittierung einer großen und ernsten Bewegung; und das ist ein zu starkes Gegen- gewicht, um das Verdienst noch sprechen zu lassen. Der Eid auf die Verfassung aber und sein Bruch ist für den Offizier eine leere Fiktion, die nur zeigt, daß man nicht weiß, was ein preußischer Offizier ist. Niemals nämlich kann eine demokratische Verfassung, wie die Weimarer, legitim sein, denn sie beruht gerade auf dem, was niemals legitime Macht(iegov uevos) sein kann: dem Votum der Mehrheit des Volkes. Eine demokratische Verfassung {mıt dem Einkammersystem!) ist der typische Ausdruck für die einzige Staatsform, die völlig unsinnig ist und die niemals Trägerin mächtiger seelischer Bindungen sein
. kann, wıe der Eid eine ist. Legitime Mächte waren bis-
her der Papst und der Kaiser. Die Deutschen haben es als große historische Leistung Preußens erzwungen, das erstemal im protestantischen Kaisertum eine von der Romerkirche unabhängige legitime Macht zu schaffen. Und diese, nur diese allein, ist für den deutschen Offizier durch die Tat Bismarcks sakrosankt und eidverbindlich. Das empirische Volk aber ist stets illegitim, besonders wenn es als Mehrheit auftritt. Nur in ganz seltenen Augenblicken Hiefer historischer Erregung hört ein Volk auf, empirisch zu sein, und wird legitim. In solchen Augenblicken können Republiken geschaffen werden, die dann in Wahrheit ieoov uevos sind. Unter den euro- päischen Völkern gibt es aber nur eines, das wirklich das Recht hat, Republik zu sein: das französische. Das kommt daher, daß nur Frankreich eine echte, geschichts-
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