vielfältigen geschichtlichen und ökonomischen Wur- die zeln blosszulegen, die im damaligen Deutschland ger und Europa einem Mann wie Adolf Hitler den Weg jed zur Macht bahnten. Es wurde also versucht, die po- Ay litische Krankheit der Zeit anzudeuten, die diesen 2g krankhaften Mann gebar und gross machte— krank- Ge haft, gemessen an den Trümmen jeglicher Art, die Zu er hinterliess. die
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Eine solche Betrachtungsweise der Hitlerschen Ära# bedeutet keinen Freispruch— für niemanden. We-
der für die Mehrzahl der Deutschen, die in ihrer po- Mn litischen Unwissenheit und Kritiklosigkeit diesem he dämonischen Mann jubelnd nachmarschierten, noch n
für die Mächte und Kräfte ausserhalb Deutschlands, die Hitler nicht rechtzeitig in ihre Schranken ver- wiesen, die ihn teils duldeten, ja teils mit ihm koo- perierten und damit den inneren und äusseren Wi- derstand gegen Hitler lähmten. Dabei hatte es Hitler der ganzen Welt bereits in seinem 1925 erschiene- nen Buch“Mein Kampf” schriftlich gegeben, was er anrichten würde, wenn er erst zur Macht gelangt wäre.
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Zurück bleibt die Frage, die den ganzen Leiserschen Film durchzieht und in der auch unser Büchlein ausklingt: Wie können wir verhindern, dass so etwas wiedergeschieht? Haben die Mächte, die Hitler schliesslich vernichteten, die politischen Verhält- nisse so geordnet, dass eine Wiederholung Hitlers unmöglich gemacht ist?
"Nichts, was zu diesem Krieg geführt hat, ist durch diesen Krieg überwunden worden.” An dieses Wort des antifaschistischen deutschen Schriftstellers und Friedensnobelpreis-Trägers Carl von Ossietzky(1938 an den Folgen seiner Haft in einem Nazi-Konzentra- tionslager gestorben) sei erinnert, wenn wir heute
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