größer, seine Stimme immer lauter, das Auditorium er- weiterte sich auf Tausende und Tausende, und er fuhr fort:„Darüber hinaus verurteile ich alle Anwesenden, die 1933 mündig waren, und mich selbst zu lebens- langem moralischem Zuchthaus, denn wir alle haben durch verblendete Nachfolge oder durch zu geringen Widerstand die Voraussetzungen für die Umstände mitgeschaffen, unter denen diese charakterschwachen Gestalten zu Verbrechern geworden sind. Was hier ge- schehen ist, ist weder gutzumachen noch durch Strafen
zu sühnen.“
Recha, daß Auschwitz in einem Kulturvolk möglich war, das zu fünfundneunzig Prozent aus getauften Christen bestand, sollte uns aufrütteln und zur Umkehr be- wegen.
Darin sehe ich den Sinn dieses Prozesses. Es ist eine große Hilfe gewesen, daß ich in dieser Zeit
mit Dir im Gespräch sein durfte. Dafür danke ich Dir, Recha.
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