der alte Kuhn nicht, daß das nächste Mal sein Mal sein wird? Wenn ich Gott wäre, ich spuckte Kuhns Gebet
zu Boden!”
Ich mußte auch an das Alte Testament und die Psalmen denken, die voll sind von diesem leidenschaftlichen Hadern mit Gott. Mit diesen Gedanken stand ich neben dem Polen, der in seine tiefe Traurigkeit versunken war, am Zaun der Kinder. Endlich brachte ich heraus: »... und doch wollten Sie ‚bei Gott dem Allmächti- gen’ schwören, und nicht in der bürgerlichen Form.“
„Ja, ich wollte es, und nicht aus Tradition. Ich werde es immer wollen- bei solchen Sachen. Ich kann es nicht
erklären...”
Hier stand ein Mensch, der auf mich wirkte, wie der personifizierte Vorwurf gegen unsere traditionellen Gottesvorstellungen, und gleichzeitig einer, der den Glauben gewonnen hat, der sich- wie geboten- kein Bildnis macht. Ich weiß nicht, ob Du verstehst, was ich meine. Er hatte in sich die Naivität gerettet, die nicht mehr die Naivität des Kindes, sondern die des reifen Menschen ist, der durch alle Zweifel bis zur Verzweif-
lung gegangen ist, der alle Theorien und Argumenta-


