Frankfurt/Main, 21. Juni 1964 wi
Liebe Recha,
immer wieder habe ich Dir von den Zeugen erzählt,
auch vom Richter und von den Zuhörern, aber die An-
geklagten selbst beschäftigen mich Tag und Nacht. Ach Be Recha, es ist qualvoll zu sehen und zu hören, wie sie
stereotyp alles ableugnen: Und wenn ein Dutzend
Zeugen übereinstimmend bekundet, daß sie gesehen D haben, wie der eine oder der andere selektiert, geschla- fl gen oder erschossen hat, nein, der Beschuldigte ist es S nicht gewesen, das muß eine Verwechslung sein. Ist h denn mit diesem Leugnen dem Angeklagten wirklich 8 gedient? Wenn ich Verteidiger wäre, würde ich meinem R Mandanten raten, alles zu gestehen und es mir zu M
überlassen, ihn zu entlasten. Ich würde als Angeklagter,


