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Zeugen im Auschwitz-Prozeß : Begegnungen und Gedanken / Emmi Bonhoeffer
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F. Th. Vischer hat es schon ganz einfach und klar ge- sagt:Die Kunst der Staatsführung besteht darin, die

Verantwortung in reine Hände zu legen.

Mein polnischer Gesprächspartner war ein Patriot, der seine Kraft rückhaltlos dafür einsetzt, seiner Regierung zu helfen und das Beste für sein Volk zu erreichen. Er sagte mir:Sie können solche Selbsterkenntnis auch bei uns hören, ohne daß Ihnen jemand droht, es sei nicht linientreu, so etwas zu denken. Ob er objektiv recht hat oder nicht, weiß ich nicht, wichtig war mir aber, daß er aufrichtig empfindet, was er sagte. Recha, ich wünschte, Tausende, Zehntausende hätten die Mög- lichkeit solcher unvoreingenommenen Gespräche! Wie- viel Schorf auf alten Wunden würde abfallen und die

reine neue Haut zutage treten lassen!

Wenn ich mit Deutschen über die SS-Prozesse spreche, kommen immer wieder dieselben langweiligen, bana- len Hinweise auf die Greueltaten anderer Völker in die Debatte, auf Dresden, Hiroschima, die russischen Tscheka-Säuberungen, die dreißig Millionen das Leben gekostet haben sollen... Ich kann dann immer nur

antworten wie jener Rostocker Flüchtling, der zwei