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Zeugen im Auschwitz-Prozeß : Begegnungen und Gedanken / Emmi Bonhoeffer
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faßte der Junge die Mutter wie erlöst bei der Hand und flüsterte ihr zu:Mutter, dort steht ein Wagen vom Roten Kreuz, hier kann nicht viel passieren aber in eben diesem Sanitätswagen lag das Giftgas! Er wurde von der Mutter getrennt, und noch in derselben Nacht

erstickte sie in der Gaskammer.

Oder Recha, überwältigender als Millionenzahlen ist eine Stimme eines Menschen: Der Richter fragte: Können Sie sich erinnern, wer damals bei Ihrer An- kunft in Auschwitz auf der Rampe stand und selek- tierte? Der Zeuge schaut wie aus einer andern Welt und sagt dann leise:Nein- ich habe nur geschaut, was aus meiner Frau wird... die- man mir vom Arm ge-

rissen hatte Auch er hat sie nie wieder gesehen.

Liebe Recha, es war inzwischen Nacht geworden. Ich mußte unterbrechen. Aber ich will Dir heute noch von meinen drei Rumäninnen erzählen. Sie haben sich eine Woche bei den Marienschwestern erholen dürfen, und dann haben sie noch einen Tag bei mir verbracht. Kannst Du Dir vorstellen, was es bedeutet, Menschen in sein Haus aufnehmen zu dürfen, die in Auschwitz

waren?