Schwur haben manche Menschen getan, aber diese haben ihn gehalten. Ihre Geschichte ist voller„Wun- der”, wie die aller großen Gläubigen. Ich will Dir nur soviel davon sagen: sie tragen eine einfache schwarze Ordenstracht und leben zusammen in einer Art evan- gelischem Kloster, das sie sich mit eigenen Händen unter Anleitung eines Baumeisters gebaut haben, dazu gehört eine Kirche, ein Gästehaus, ein Altersheim, Verlag und Druckerei und mehrere Wagen für den Außendienst. Sie unterhalten in Jordanien ein Haus für ökumenische Begegnungen und in Jerusalem ein Erho- lungsheim für Juden, die durch den Nationalsozialis- mus gelitten haben. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben sehen sie darin, das deutsche Volk zur Buße und Be- sinnung über die Schuld an den Juden im Dritten Reich aufzurufen. Was sie tun, ist wohl das eindrucksvollste Sühnezeichen, das wirin Deutschland haben. Und diese Schwestern sind uns natürlich auch zuvorgekommen in der Sorge um die Auschwitz-Zeugen, denn der Prozeß läuft schon seit Februar, und wir haben erst im Mai begonnen, uns um die Zeugen zu kümmern.
Die Marienschwestern laden jüdische Zeugen für ein paar Tage zur Erholung nach Darmstadt ein und verwöh-
nen sie in ihrem Mutterhaus mit selbstloser Fürsorge.


