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Aus Görings Schreibtisch : ein Dokumentenfund / bearbeitet von T. R. Emessen
Entstehung
Seite
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Verzeihen Sie mir bitte, Exzellenz, erstens die Eile dieses Briefes und die Form dieser Benachrichtigung. Die Ereignisse kamen für uns alle unerwartet. Niemand hatte eine Ahnung von dem meuesten Schritt des Herrn Schuschnigg, micht einmal seine eigenen Minister- kollegen, und ich hatte bis heute noch immer gehofft, daß es vielleicht doch in letzter Minute gelingen würde, eine andere Lösung Zu finden.

Ich bedauere es tief, Sie in diesen Minuten nicht per- sönlich sprechen zu können, um Ihnen alles das zu sagen, was mich bewegt..

In immer gleicher Freundschaft Ihr

s Die eingeklammerten Stellen I...] sind im Entwurf durch- gestrichen. Faksimile der Seiten 1,9 6 und 8(mit den durch-

strichenen Stellen) des Originals: Seite 11, bis Seite 118.

Am 12. März marschierten die deutschen Truppen in Österreich ein. Es ist eine historische Tatsache, daß die Straßen von jubelnden Menschen umlagert waren und daß die Begeisterung in Linz und Wien bei den An- sprachen Hitlers fanatische Formen annahm. Eine Widerspiegelung dieses Jubels weiter österreichischer Volkskreise bietet der Brief, den Görings Schwester am 15. März 1938 an ihren Bruder geschrieben hat. Daß das nicht nur die vereinzelte Stimmung einer nahen Verwandten gewesen ist, wird jeder bestätigen müssen, der damals die Ereignisse aus unmittelbarer Nähe mit- erlebte.;

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Bg. 8(Göring)