Über das Buch freue ich mich namentlich um seiner Lebensbejahung und seines Optimismus willen;„Optimist zu sein, war schon immer ein Vorrecht der Flieger“ lautet einer Ihrer Aussprüche. So wollen wir auch als Optimisten das Verhältnis unserer beiden Staaten gleicher Nation betrachten. Ihrer Versicherung ver- trauend, baue ich bei diesem Bemühen auf Sie, Herr Ministerpräsident, auf Ihren Rat und Ihr Wort.
Ich hoffe darum fest, daß die in Aussicht genommene Begegnung in österreich bald erfolgen kann und werde alles dazu beitragen, was in meiner Macht steht. Eine Neuauflage des Buches, mit dem Sie mir so große Freude gemacht haben, wird— davon bin ich überzeugt — auch ein freundliches Wörtlein über Ihre Österreich- reise bringen können.
Empfangen Sie, Herr Generaloberst, die Versicherung meiner besonderen Wertschätzung und Verehrung, mit der ich verharre als
Ihr ergebener Guido Schmidi*).
Notizen Görings am Kopf des Briefes: „Z.d. A. Diktat@g.“
*) Faksimile der ersten Seite des Originals: Beite 104 und des Briefendes: Seite 105.
Görings Brief vom 8. März 1938, also nach der Berch- tesgadener Zusammenkunft zwischen Schuschnigg und Hitler und kurz vor dem Einmarsch in Österreich ge- schrieben, ist gewissermaßen der letzte Appell an Schmidt, Österreich zu verraten. Hier stehen schon die deutlichen Worte:„Unabhängig oder nicht, das Schick- sal Österreichs ist unlöslich mit dem Schicksal des Deutschen Reiches verbunden.“
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