selbst gespürt haben, und zwar Walter Dürrfeld und andere Auschwitz besuchende In- oenieure. Die genannten Herren erzählten mir, daß es ein furchtbarer Geruch war.“...
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IG Auschwitz war ein Betrieb von höchster Kriegswichtigkeit. Im IG-Farbenprozeß wurde ein Schnellbrief des Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalbevollmächtigten A für Sonderfragen der chemischen Erzeugung, vorgelegt, datiert vom 25. Februar 1941. in R dem es heißt(Dokument NO NI-11938): R
„Ihr Bauvorhaben gehört zur wichtigsten Versorgungsgrundlage der Kriegswirtschaft. 2 In der neuen von Herrn Generalfeldmarschall Keitel befohlenen Regelung der Dringlich- b keitsstufen steht Ihr Bauvorhaben in der höchsten Stufe. Einzelheiten und Ausführungs- bestimmungen gehen Ihnen noch von seiten meiner Dienststellen zu. Auf meine Bitte hin h hat der Herr Reichsmarschall vor wenigen Tagen durch besondere Erlasse an die beteiligten Obersten Reichsbehörden die Dringlichkeit noch einmal ganz besonders betont und er k richtet dauernd sein besonderes Augenmerk auf den Fortschritt der Ihnen übertragenen li Aufgaben der wehrwirtschaftlichen Produktion. Der Herr Reichsmarschall hat in diesen’ Erlassen den beteiligten Dienststellen die umgehende Deckung Ihres Facharbeiter- und R Arbeiterbedarfs selbst auf Kosten anderer kriegswirtschaftlich wichtiger Bauvorhaben oder e Betriebe zur Pflicht gemacht.“...|
Unter diesen Umständen hatte das IG-Farbenwerk Auschwitz natürlich eine besonders h starke Position gegenüber der Auschwitzer SS. Das wird deutlich aus einer Aktennotitz vom 26. Mai 1942(Betriebsarchiv Buna) über eine Besprechung, an der unter anderen e teilnahmen der Regierungspräsident Springorum, der Lagerkommandant Hoess. die IG-
Direktoren Ambros und Dürrfeld. Die Aktennotiz wurde von Dürrfeld angefertigt. Dort heißt es zu dem Punkt„Gestellung von Häftlingen“:
„Der Kommandant betont seinen Auftrag, den er vom Reichsführer SS bekommen hat. d uns unter allen Umständen Häftlinge bis zur Zahl von 4500 Mann zur Verfügung zu stellen. u Er wird diesen Auftrag bis zu dem geforderten Termin, Mitte Juni, auf jeden Fall durch- le führen, auch wenn die eigenen Arbeiten zurückstehen müßten, seine ganzen Dispositionen J über die weiblichen jüdischen Häftlinge seien darauf zugeschnitten. Wir möchten die Kräfte N daher nach Bedarf anfordern.
In einer eingehenden Unterhaltung über die Qualität der Häftlinge entwickelte ich fol- l sende Bedingungen: u
l. Kräftige und arbeitsfähige Häftlinge. N
2. Täglich die gleichen Häftlinge zum gleichen Arbeitsplatz.
3. Größere Freizügigkeit im Einsatz der Häftlinge.
4. Ansporn der Häftlinge zu größerer Leistung
Es wurde verabredet, in der Woche nach Pfingsten über alle diese offenen Fragen ein- gehend mit dem Adjutanten und dem Arbeitseinsatzführer zu sprechen. Die Durchführung solle sofort in die Wege geleitet werden.“
Das Konzentrationslager muß also mit allen Mitteln vergrößert und angefüllt werden im Interesse des Wirtschaftsbetriebes der IG. War doch überhaupt die Gestellung einer möglichst großen Zahl von möglichst arbeitsfähigen Konzentrationslagerhäftlingen eines der Hauptanliegen der IG in ihren Beziehungen zur SS. War doch die IG der größte Be schäftigter von KZ-Häftlingen und hatte auf Befehl Himmlers Vorrang vor allen Industrien!
Die Gier nach mehr und mehr Häftlingen, die die SS stellen soll, wird recht deutlich aus dem Wochenbericht 94/95 vom 8. bis 21. März 1943(IG-Prozeß) der IG Auschwitz, in dem es unter dem Datum des 19. März heißt:...
„Der derzeitige Einsatz beträgt 3517 Mann. Beabsichtigt war der Einsatz von 4500 Mann. Es wurde daher verabredet, daß mit Rücksicht auf die Tatsache, daß immer ein ver hältnismäßig großer Ausfall durch Quarantäne und Revierkranke besteht, das Lager bis frühestens 1. Juni d. J. auf die Unterbringung von 5000 Häftlingen abgestellt wird. Dar über hinaus soll das Lager für die Unterbringung von 6000 Häftlingen erweitert werden.
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