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Und dann kam der erste russische Kriegswinter. Anscheinend unaufhaltsam waren die deutschen Armeen immer weiter nach Osten vorgestoßen, bis vor die Tore Moskaus. Warnende Stimmen hatten sich im Orkan der Begeisterung, den Sieg um Sieg auslöste, kein Gehör verschaffen können. Erst als Guderians Panzer über Nacht festfroren, setzte die große Ernüchterung ein. Aber alle Anstrengungen, die ein Volk machte, um seine Söhne im letzten Augenblick vor dem Zugriff des sibirischen Winters zu retten, kamen zu spät. In wenigen Wochen waren die Lazarette überfüllt mit Soldaten, denen keine feindliche Waffe eine Wunde geschlagen hatte, sondern denen von einer nie gekannten erbarmungslosen Kälte die eigene Waffe aus der Hand geschlagen worden war. Mit erfrorenen Gliedern sahen sie dem grausamen Schicksal entgegen, den Rest ihres Lebens als Krüppel zu fristen. Ein rotes Bändchen, der„Gefrierfleischorden”, war das An- denken, mit dem man sie für die fehlende Winterausrüstung nachträglich entschädigte und nach Hause schickte... Aber noch sprangen immer wieder andere für sie ein, brachten über vereiste Straßen, durch die Schneestürme der Steppe oder durch tief verschneite, unwegsame Wälder Verpflegung und Munition nach vorn, zu den Männern, die da draußen in einsamer Verlassenheit Wache standen, Tag und Nacht...
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