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Braunbuch : Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik ; Staat, Wirtschaft, Armee, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft / Herausgeber: Nationalrat der Nationalen Front des Demokratischen Deutschland
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schaftsverwaltungshauptamtes, Pohl, auf die Frage, mit welchen Personen im Laufe seiner Amtstätigkeit er persönliche Berührung hatte, auch den Namen Hettlage und stellte fest:Dr. Hettlage von der Commerzbank war der Finanz- mann von Speer.

Das entsprach den Tatsachen; denn Hettlage wurde auf Vorschlag des Kriegsverbrechers Speer Aufsichtsratsvorsitzender der Montanindustrie GmbH. Am 31. März 1942 betreute dieses Mammutunternehmen 52 Firmen mit 122 Werken, rund 3 Milliarden Reichsmark treuhänderisch verwaltetem - also geraubtem- Anlagevermögen und einer Belegschaftsstärke von 178970 Arbeitern, Angestellten, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Zu den Mitgliedern des Aufsichtsrates zählte auch der Kriegsverbrecher Flick.

Im Mai 1943 fand im Auswärtigen Amt eine Besprechung über deutsch- schweizerische Wirtschaftsverhandlungen statt. Im Verlauf dieser Besprechung erklärte Hettlage,da5 die Auftragsverlagerung nach der Schweiz einen zu kleinen Prozentsatz des deutschen Gesamtrüstungsumfanges ausmacht, als dab zu ihrer Erzwingung Druckmittel angewandt werden sollten, die zu Schwierig- keiten mit Italien führen könnten... Unter diesen Umständen erscheine es zweckmäßig, als Druckmittel nötigenfalls zunächst die Sperre der schweizeri- schen Ausfuhr und sodann die Verhinderung der Einfuhr(Durchfuhr) ins Auge zu fassen.(Deutsches Zentralarchiv Potsdam)

Im Herbst 1943 fand eine Sitzung des Interministeriellen Ausschusses für italienische Angelegenheiten statt, an der, neben dem Schreibtischmörder Globke, auch Hettlage teilnahm. In dieser Besprechung taten sich beide durch chauvinistische Reden hervor.

Im April 1944 gab Hettlage in Vertretung des Kriegsverbrechers Speer einen Erlaß über die Umsetzung von Betrieben und Betriebsstellen heraus, in dem es u. a. heißt:... habe ich die Stillegung von Fertigungen, die zur Fortsetzung des Krieges nicht zwingend benötigt werden, und die Umsetzung der dadurch frei- gewordenen Arbeitskräfte zu Gunsten vordringlicher Fertigungen angeordnet. (Ebenda)

Bis zur letzten Minute setzte sich Hettlage für die Fortführung und Unter- stützung des totalen Krieges ein und propagierte den faschistischenEndsieg. Nachdem er 1945 in Westdeutschland kurz untergetaucht war, ließen ihn die Monopolvertreter 1956 wieder zum Ministerialdirektor aufsteigen. Wenig spä- ter vermittelte Hettlage seine Erfahrungen aus der Nazizeit als Staatssekretär bei der Finanzierung der Aufrüstung.