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Auschwitz : ein Tatsachenbericht ; das Vermächtnis der Opfer für uns Juden und für alle Menschen / Lucie Adelsberger
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den Jahren war aufregender gewesen als die Auswahl der Patienten für den Marsch, die die- ses Mal in unsern Händen lag. Jetzt, wo der Weg offenlag, sollten wir Menschen zurücklas- sen, die wir liebten, Kranke, die wir seit Mo- naten betreut und mit größter Mühe am Leben erhalten hatten. Noch standen wir unter dem Eindruck des nächtlichen Intermezzos, und durch die dünne Laboratoriumswand hatten Po- linnen zufällig erlauscht, wie der Lagerarzt sich mit seinem Gefolge darüber unterhielt, ob für Tausende von Toten vorgesorgt sei. Für uns war das Schicksal der Letzten in Birkenau besiegelt.

Immer wieder wurden die Patienten geprüft, ob sie gehen konnten, in die Betten zurückge- schickt, wieder herausgeholt und ein neuer Versuch gemacht. Wer nicht umfiel und mitzie- hen wollte, wurde notdürftig mit Kleidung und Schuhen, oft nur mit Holzschuhen ausgestattet, Viele kehrten nach den ersten Schritten auf der Lagerstraße enttäuscht, verzweifelt, in den Block zurück. Eine Kollegin, die noch an den Folgen des Bauchtyphus litt, wollten wir auf

. der Bahre mitnehmen. Der Lagerarzt verbot es

und sie mußte zurückgebracht werden. Noch lange hinterher peinigte mich der Abschied, wie sie uns in Erwartung des sicheren Todes traurig nachgeblickt hatte.

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