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Auschwitz : ein Tatsachenbericht ; das Vermächtnis der Opfer für uns Juden und für alle Menschen / Lucie Adelsberger
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einer offenen stuckernden Autokarre für Lasten wurde er um Mitternacht bei strömendem Regen ins Krankenhaus gefahren. Dort wurde er wie alle, die zur Evakuierung bestimmt waren, als Ge angener behandelt und wie ein Schwerver- brecher in sein Zimmer eingesperrt. Nur Ärzte und Schwestern hatten Zugang, kein anderer durfte in all den Monaten bis zu seinem Tode zu ihm. Kein Brief, kein schriftlicher Freun- desgruß war gestattet.

Sollte ich meiner Mutter ein gleiches Schicksal zuteil werden lassen? Ich hatte die Mittel in der Hand, einen Schluck, eine Spritze, um sie davor zu bewahren. Manche haben ihren Eltern den erlösenden Schlaftrunk kredenzt. Erst be- ruhigte mich der Gedanke. Dann, als die Ab- holungen sich überstürzten und der Zeitpunkt immer näher rückte, wurde ich schwankend. Und zuletzt machte mich die bloße Vorstellung halb wahnsinnig. Ich, die ihr ganzes Leben lang um jedes einzelne Menschenleben ge- kämpft hatte, sollte meine Mutter, die mir das Liebste auf der Welt war, töten. Durfte ein Mensch, der auf eine höhere Macht vertraut, überhaupt vorsätzlich ein Leben beenden, ein anderes oder sein eigenes? Ich konnte es nicht.

Aber ich habe auf den Knien gelegen und Gott um den Tod meiner Mutter angefleht, bevor die

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