legte sie ihre Arbeit gern in die Nacht, um nicht zu viel Publikum zu haben und um nicht in ihrem Eifer bewundert zu werden— von 9 bis 12 Uhr waren die Leute mit ihrem schnell und notdürftig zusammengerafften Gepäck aus ihren Wohnungen geholt worden, jung und alt, gesund und krank, auch wenn sie kaum trippeln konnten. Sie waren zur nächsten Polizeiwache geführt worden, um sich ordnungsgemäß abzu- melden, wie es sich in einem guten Staatswe- sen geziemt, um dann in der Synagoge in der Levetzowstraße gesammeltzu werden. Ehe man noch genaueres wußte, waren sie abgefahren. Später hörte man durch Kurzkarten, daß sie in Litzmannstadt— Lodz gelandet waren.
So wurde die Wohnungsnot behoben,
Das war der Anfang in Berlin. Vorher waren die Stettiner Juden abtransportiert worden, durch“eine Einzelaktion eines übereifrigen Gauleiters”, wie man sich tröstete. Und als die Juden aus Baden im Oktober 1940 insge- samt nach Gurs in Südfrankreich deportiert worden waren, schien es gar nicht so schlimm, Das Stück wurde unter Leitung der Gestapo in fast allen Städten Europas viele Male aufge- führt, in Warschau und Oslo, in Amsterdam, in Brüssel, in Paris, in Saloniki, und überall wa- ren die neuen Akteure erstaunt, daß sie mittun mußten.


