Druckschrift 
Wir bezwangen den Tod / Juri Piljar ; Deutsch von Ellen Zunk
Entstehung
Seite
212
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Du bist doch Atheist.

Das hat keine Bedeutung. Aus dem Schornstein des Krematoriums gelangt man direkt in den Himmel. Aber ich will nicht in den Himmel. Ich war noch nie in Odessa, in deiner berühmten Deribasstraße.

Ja, du hast wohl recht... Aber was. sollen wir machen?

Ich schlage vor, den Flug durch den Schornstein von

der Tagesordnung abzusetzen. Wir wollen noch in das

alte Pskow fahren, von da nach Charkow und dann in dein schönes Odessa...

So sitzen wir auf der Pritsche und reden Unsinn, bis der Schlag der Glocke uns ankündigt, daß es Schlafens- zeit ist.

Bevor wir uns trennen, tauschen wir einen kräftigen Händedruck aus. Alles ist klar, auch ohne Worte: Wenn wider Erwarten heute nacht hier ein Tumult losgehen sollte, werden wir wie immer zusammen- halten, auf Leben und Tod.

Am Morgen sagt Iwan Michailowitsch im Kesselraum zu mir:Das Gerücht von Himmlers letztem Befehl bestätigt sich. Die Kameraden, mit denen du arbeitest, sollen auf der Hut sein. Es darf keine Verwirrung und keine Panik geben. Sag unseren Leuten in der Quaran- täne, sie sollen keine selbstausgedachten Dinge herum- erzählen. Es wird ein Signal für alle gegeben wer- den. Was für eins, sage ich dir später. Und jetzt hau aba

Iwan Michailowitschs entschlossener Ton flößt mir neuen Mut ein. Ich fülle mich aus seinem Schatz an

Energie und Ruhe an wie ein Akkumulator. Es glückt

mir, vor der Mittagspause zu den Blocks Sechszehn und Siebzehn zu laufen, nach der Pause gehe ich zu Block Neunzehn und Zwanzig.

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