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Wie war das in Dachau? : Ein Versuch, der Wahrheit näherzukommen / von Johann Neuhäusler
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Waschen keine Rede mehr sein konnte. Wie sollte man da nicht beim

»Waschen auffallen?

Besonders große Aufmerksamkeit wandte man auch dem Bettenmachen zu. ImSpind mußten die Gegenstände und Utensilien auf eigens dazu bestimmte Plätze gelegt werden. Wehe dem, bei dem man während. der Kon- trolle irgendeineUnordnung vorfand! Sein ganzer Spind wurde mit Farb- kreide bemalt, die Gegenstände herausgeworfen. Statt des Mittagessens mußte der Gefangene so lange seinen Spind mit Glaspapier reinigen, bis alles weiß war; natürlich fiel für ihn dabei das Essen aus. Der Gefangene, der morgens zum Stubendienst bestimmt war, atmete erst beim Appell frei auf; aber nur, wenn es nicht Kälte oder Regen gab, und in Dachau war oft Schlecht- wetter. Der Gefangene fror und wurde oft naß in seinem Häftlingskleid; ebenso litt er beim Appell oft hart unter der Hitze.

Das Zusammentreten und der Marsch zum Appellplatz fand so statt, als ob die Gefangenen eine Nebengarde bildeten. Der Blok stellte sich zu Zeh- nern auf und marschierte wie zur Parade. Alle mußten dabei ohne Rücksicht auf Nationalität häufig deutsche Liebeslieder singen. Während des Appells war es verboten, zu reden oder den Kopf zu drehen; beim Zählen fiel das Kommando:Mützen ab!, man mußte so lange stillstehen, bis der Block- führer durchgezählt hatte. Kranke, die nicht ins Revier aufgenommen waren, wurden von Mitgefangenen auf den Appellplatz getragen und im letzten Gliede am Ende der Baracke zum Abzählen aufgestellt. Auch bei den Arbeiten mußte man sich hüten, zu reden oder sich zu verschnaufen. Die aus der Arbeit heimkehrenden Gefangenen zitterten bei dem Gedanken, was sie im Block oder in der Stube nach der dort während ihrer Abwesenheit durch- geführten Kontrolle erwarten werde.

Diese Kontrolle wurde von den Stuben- und Blockältesten vorgenommen. Es kam oft vor, daß die zum Block zurückkehrenden Gefangenen ihre Stroh- säcke auf die Blockstraße herausgeworfen fanden; man hatte in ihnen gesucht und schließlich auch etwas gefunden; dafür setzte es dann scharfe Strafen ab. So konnte man in jedem Augenblick und bei jeder Gelegenheitauf- fallen und straffällig werden.

Strafrapport und Strafvollzug

JedemAuffallen drohten Schläge, schließlich auch Strafrapport und Strafarbeit.

Womit endete der Strafrapport?

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