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Wie war das in Dachau? : Ein Versuch, der Wahrheit näherzukommen / von Johann Neuhäusler
Entstehung
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Die Arbeitseinsatzschreibstube teilte den Gefangenen im Einvernehmen mit der SS Beschäftigungen innerhalb oder außerhalb des Lagers zu.

Die Bibliothek

war verhältnismäßig reich ausgestattet mit verschiedenartigen Büchern, die billig beschafft, d. h. einfach bei den Gefangenen beschlagnahmt wurden. Man benützte sie sehr viel, besonders in der Zeit der Einführung bedeutender Erleichterungen, wie man sie nach 1942 beobachten konnte.

Die Wohnbaracken

Die Baracken auf der linken Seite, die mit den geraden Zahlen von 2-30 numeriert waren, wurden von den arbeitenden Gefangenen bewohnt. Die 2 bzw. 5 ersten Baracken auf der rechten Seite bildeten

das Revier.

Ins Revier wurden solcheHäfllinge aufgenommen, die in den meisten Fällen entweder bis zu einem solchen Grade geschwächt waren, daß sie sich nicht mehr mit eigenen Kräften auf den Beinen halten konnten oder dorthin von bekannten, hilfsbereiten Mitgefangenen gebracht wurden. Die Pfleger im Revier waren Gefangene: Ärzte, Feldschers und auch nicht irgendwie für den Gesundheitsdienst qualifizierte Personen verschiedener Nationalität. An der Spitze dieser Pflegergruppe stand ein Reviercapo, von dem die Behand- lung des Kranken abhing. Ein sadistisch veranlagter Reviercapo beseitigte ohne Wissen des aufsichthabenden SS-Arztes kranke Gefangene mit Hilfe von Spritzen sowie durch selbst ersonnene Torturen.

Das Revier hatte neben neuzeitlihen Krankenhauseinrichtungen auch einen zahnärztlichen Behandlungsraum. Es wurde gern denWürdenträgern Hitlers und auswärtigen Gästen gezeigt und von ihnen bewundert.

Hinter der Revierschreibstube, in welcher man genaue Übersicht über die Kranken und Verstorbenen führte, befanden sich noch in den gleichen Ba- racken Räume, in denen man Leichen sezierte, um fast immer die gleich- lautende Todesursache festzustellen:Versagen von Herz- und Blutkreis- lauf. Dort war auch eine Leichenhalle, in der man Leichen und menschliche Skelette aufbewahrte. Als dort kein Platz mehr war, schichtete man die Leichen auf der Straße auf einen Haufen, von wo sie dann zum Krematorium gebracht wurden. Wie Mehlsäcke lud man sie in den letzten Monaten, als der Typhus täglich hundert und mehr Opfer forderte, auf einen Lastwagen, den

sog.Moorexpreß.

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