zu sehen waren, trugen, wie Domagala sagt, vielfach zur seelischen Nieder- geschlagenheit der Gefangenen bei, ließen manchen seufzen:„Mein Gott, wie schön ist deine Welt! Aber die Menschen verwehren es mir, sie zu genießen. Und wird nicht durch Hitlers Wille mein Leben bald schwinden wie dieses Morgen- und Abendrot?“
2. Ein Rundgang durch Hitlers Großgefängnis
Das Konzentrationslager bildete ein Rechteck von etwa 300 m Breite und 600 m Länge. Westlich davon lag das Militärlager der SS.-Von diesem führte eine breite, asphaltierte Straße zum Gefangenenlager:
„Schlagbaum zur Hölle“
Am Ende dieser Straße war das sogenannte„Jourhaus“, das Verwaltungs- gebäude der Lagerleitung. Das große, mit schwerem Eisengitter verschließ- bare Tor dieses Gebäudes trug die Aufschrift:
„Arbeit macht frei“.
Welche Ironie! Besser hätte gepaßt:„Vergeßt, was ihr waret! Nun seid ihr Sklaven.“ Noch besser hätte da das Wort gestanden, das Dante in seiner „Göttlichen Komödie“ über den Eingang der Hölle schreibt:„Laßt alle Hoft- nung fahren, die ihr eintretet!“
Gleiche Ironie, Lüge und Spott wie dies„Arbeit macht frei“ bedeutete der Satz, der die Verhafteten nach dem Durchschreiten des Tores vom Dach des Wirtschaftsgebäudes grüßte:
„Es gibt einen Weg zur Freiheit.
Seine Meilensteine heißen:
Gehorsam— Fleiß— Ehrlichkeit- Ordnung— Sauberkeit— Nüchternheit— Wahrheit— Opfersinn und Liebe zum Vaterland.“
Wahrhaftig, die das schrieben, spotteten ihrer selbst und wußten nicht, wie! Wie ermangelten sie selbst all dieser Eigenschaften!
Der äußere und innere Aufbau des Lagers zeigte deutsche Gründlichkeit und geschickte Organisation, aber alles diente ja letzten Endes nicht dem Wohl der Insassen, sondern nur ihrer Knechtung und Entwürdigung und vielfach— ihrer Erledigung. Wir können sagen:


