schrieben. Er schreibt, daß er schon siebenmal vor dem Doktor war, und der will ihn nicht rauslassen. Morgen sollen 65 Kranke abfahren, vielleicht kommt der Vater auch. Der Vater bittet, im Falle, daß er nicht kommt, sollen wir ihm Brot schicken, Kartoffeln und noch etwas. Mit Ungeduld warten wir darauf, daß es Morgen wird. Diese Nacht wurde bei einem Bauern eine Kuh gestohlen. Es wurde der Polizei gemeldet, und die haben sofort eine Untersuchung begonnen. Die Spuren führten zu einem Juden, dort haben sie den Kopf gefunden und 40 Kilo Fleisch, sie haben ihn gleich festge- nommen. Alle sind sehr böse auf diesen Juden, daß ein Jude es wagt, eine Kuh zu stehlen. Nicht genug, daß wir von allen Seiten so verfolgt werden, kommt auch das jetzt noch dazu.
21. Mai: Um halb neun kam das Auto mit Juden an. Als ich das Auto sah, fing mir das Herz wie wild zu schlagen an, vielleicht ist auch Vater dabei. Als es näher kam, suchte ich Vater, sah ihn aber nicht. Ich rannte hinterher, das Auto hielt beim Judenrat an, und alle sprangen gleich raus, aber Vater war nicht dabei. Ich fing gleich sehr zu weinen an, so viele Leute waren gekommen und der Vater nicht. Manche waren ganz gesund und sind gekommen, das hat mich sehr erschüttert. Vater hat durch
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