Vater, 3 Söhne und die Tochter. In Kielce gibt es täglich mehrere Opfer fürs Rausgehen aus dem jüdischen Viertel. Unter solchen fürchterlichen, schlechten Bedingungen vergehen die Tage und die Wochen voll Angst und Schrecken.
29. Dezember: Am Vormittag ging ich mit dem Bruder zum Nachbarn, ein bißchen Weizen zu mahlen. Beim Mahlen kam ein Bauer und sagte, daß sie im Dorfe herumgehen und Inventarkon- trolle machen, weil sie im vorigen Monat Inventar aufgeschrieben haben, und heute, wenn einer mehr Inventar hat, als aufgeschrieben war, dann setzen sie das auf Kontingent, und wenn das Vieh, das aufgeschrieben war, verkauft ist, dann schreiben sie Protokoll. Wir aber waren sicher, daß unsere Kuh nicht aufgeschrieben war, denn wir haben sie verkauft. Aber die Kontrolle ist zu uns gekommen, sie war aufgeschrieben, und als sie sie nicht vorge- funden haben, haben sie angefangen zu schreien, wo ist die Kuh, die Kuh darf nicht verkauft werden. Der Vater hat sich entschuldigt, daß er es nicht gewußt hat und noch dieses und jenes. Aber Vaters Entschuldigungen haben nichts genützt, und sie wollten gleich ein Protokoll schreiben. Am Abend schickte mich der Dorfschulze nach Zucker, und ich habe ihn gleich hingebracht. Am Abend kam


