Druckschrift 
Das Tagebuch des Dawid Rubinowicz / [übers. von Stanislaw Zyliński]
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen

dann kam also die Polizei ihn holen. Als sie ins Haus kamen, trafen sie ihn beim Anziehen, und als er die Polizei erblickte, lief er weg. Die Polizei verfolgte ihn, und als sie sahen, daß sie ihn nicht kriegten, fingen sie an zu schießen und trafen ihn in die rechte Seite. Aber er war nicht tot. Die Poli- zei telefonierte gleich nach Kielce nach einem Taxi, das kam in wenigen Minuten und brachte ihn ins Krankenhaus. Beim Telefonieren riß sich der Gen- darm die Haare vom Kopfe, so tat es ihm leid, was er gemacht hatte.

12. Oktober: Morgens hat es anfangs geregnet, dann verwandelte sich der Regen in Graupelschnee. Spä- ter kam dann ein solches Schneetreiben, daß man nicht auf den Hof rausgehen kennte. Um die Mit- tagszeit fing es an zu frieren, und der Winter war da. Heute war es wie am 12. Januar und nicht wie Oktober.

13. Oktober: Schon am frühen Morgen kam ein Gendarm mit dem Motorrad nach Bodzentyn ge- fahren. Er kam zu uns herein, sich wärmen. Als er im Hause war, sagte er, daß ihm die Juden in Krajno zwei Schaffelle für einen Pelz kaufen soll- ten. Als er zurückfuhr, ging er in den Laden und rief Mama, daß sie ihm dolmetschen sollte. Als die

31