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Das Tagebuch des Dawid Rubinowicz / [übers. von Stanislaw Zyliński]
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ohne Arbeit. Aber bei den heutigen Kriegen, da sind 90°/o arbeitslos, und nur 10°/o haben Beschäf- tigung. Wie wir, wir hatten eine Molkerei, und heute sind wir ganz arbeitslos. Da sind nur noch ein paar Vorräte aus der Zeit vor dem Kriege, da- von nimmt man noch, aber sie gehen doch schon zu Ende, und dann wissen wir nicht mehr, was wir tun werden.

13. Dezember: Der Dorfschulze sagte, wir müssen aus der Wohnung raus, weiler in die Wohnung kon- tingentierte Kartoffeln reinschütten will. Mit Not hat der Vater beim Schulzen ausgebeten, die Leute möchten die Kartoffeln anfahren, wo früher die Molkerei war.

14. Dezember: Heute haben sie angefangen, die Kartoffeln zu bringen. Heute wurden ungefähr 40 Zentner angefahren.

16. Dezember: Heute haben die Bauern den ganzen Tag Kontingentkartoffeln angefahren.

28. Dezember: Der Winter hat gerade erst begon- nen, aber Schneetreiben gibt es schon einige Tage. Nicht einmal auf den Hof kann man rausgehen, so zwickt der Frost am Gesicht und an den Händen.