doch schon eine ganze Woche nicht aus dem Fen- ster geguckt habe.
11. Juli: Ich fühle mich schon gesund. Ich bin schon auf den Hof rausgegangen, die Sonne schien, und es war heiß. Den ganzen Tag bin ich draußen ge- blieben, weil ich es nicht aushielt, zu Hause zu sein.
16. Juli: Tag für Tag werde ich froher nach dieser Krankheit. Wie auch die heutigen Tage immer fro- her und sonniger werden.
5. August: Gestern kam der Gemeindediener zum Dorfschulzen und sagte, daß alle Juden mit Fami- lien zur Registrierung ins Gemeindeamt gehen müs- sen. Wir waren dort einige Stunden. Denn die Er- wachsenen wählten den Rat der älteren Juden.
Dann sind wir nach Hause gegangen.
Diese Registrierung hing mit der Einführung der| Arbeitsdienstpflicht für die jüdischen Einwohner| im Alter von 14 bis 60 Jahren zusammen, die ver-| schiedene Arbeiten für die Besatzungsbehörden ausführen mußten. Bereits am 29. November 1939 ordnete der Generalgouverneur H. Frank die Bil-
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dung von Judenräten an oder, wie Dawidek sie 12 nennt, Räten der älteren Juden. Diese Räte haben


