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Beichte des Lagerkommandanten von Mauthausen / SS-Standartenführer Franz Ziereis
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Drei Monate später trafen in Mauthausen ungefähr 1000 tschechische Juden ein. Damals betrug die normale Sterblichkeit kaum drei Prozent. Die Vorgesetzten in Berlin hielten dies für viel zu wenig. Eines Tages rief Lieberheschl von Berlin an und fragte, was denn in Mauthausen eigentlich los sei und warum er keine Todes- zahlen mehr bekäme. Ich gab ihm zur Antwort, daß ich die Häftlinge für die Arbeiten in den Rüstungsbetrieben brauche. Von dieser Zeit an wurde mir von Berlin aus mißtraut, und ich hatte einen Anstand nach dem anderen.(Anmerkung: Ziereis avancierte jedoch innerhalb kurzer Frist bis-zum SS-Standartenführer!)

Horthys Sohn lebte in Mauthausen unter dem Spitznamen:Maus; Badoglio unter dem Namen Brausewetter und Cortey unter seinem eigenen Namen. Einem Befehl des Gauleiters Eigruber nach sollten alle umgelegt werden. Ich habe es aber nach einer Rücksprache mit Oberst Kuppert verweigert. Sie wurden dann nach Dachau geschickt. Nur Cortey blieb in Mauthausen und wurde im Zellenbau versteckt und mit SS-Verpflegung ver- sehen.

Soweit das Protokoll. Ziereis selbst wurde laut Zeitungsnotiz bei einem zweiten Fluchtversuch erschossen.