Orten gesehen habe, schätze ich ungefähr 400000 vergaste Menschen aus allen Richtungen. An den Namen des Polizeihauptmannes, der diese Aktion geleitet hat, kann ich mich nicht erinnern. Er ist später in Kroatien gefallen. Zuerst wurde die Asche der Verstorbenen hinter der Anstalt aufgespeichert und nach Einstellung der Aktion mit Lastkraftwagen in die Donau gefahren.
Die Einstellung der Aktion soll angeblich Hitler selbst befohlen haben, weil infolge der oberflächlichen und schlampigen Benachrichtigung der An- gehörigen vom angeblich normalen Tode des Verstorbenen die Beileids- schreiben über den erfolgten Tod und die Asche gleich zwei- und dreimal zugeschickt wurden und hunderte Reklamationen seitens der Angehörigen erfolgten.
In Auschwitz hatte der Sonderbeauftragte des Reichsführers SS, der die Goldtransporte durchzuführen hatte— Zahngold verstorbener Häftlinge und die Goldmengen, die den jüdischen Häftlingen abgenommen wurden,— 40 Kilogramm Gold— unterschlagen.
In fast allen Lagern wurden die Haare der Frauen, Kinder und Männer geschoren, um Material für Filzstiefel zu bekommen. Bei den Männern wurde lediglich ein Streifen in Haarschneidmaschinenbreite als Sicherungsmaß- nahme gegen Flucht belassen.
Im Jahre 1942/43 wurden nach Mauthausen hollän- dische Juden gebracht.
Am 31.5.1943 war Himmler in Mauthausen und ordnete an, daß sämtliche Juden schwere Granitsteine über die hohe Steintreppe vom Steinbruch Wienergraben ins Lager hinaufschleppen sollten. Bei dieser Aktion gingen in kurzer Zeit sämtliche Juden freiwillig über die 50 Meter hohe Steinwand
hinunter und blieben mit zerschmetterten Körpern unten liegen.(Anmerkung:
Seit dieser Zeit hieß diese Stelle allgemein im Lager„Der Judensprung‘'.) Kurze Zeit später kam Glücks nach Mauthausen. Ich habe Glücks diesen Befehl Himmlers mitgeteilt und gebeten, die Aktion einstellen zu dürfen, da sämtliche im Steinbruch beschäftigten Zivilisten und die Leute aus der Um- gebung diese Vorfälle sehen konnten. Ich bat um eine Vorsprache beim Reichsführer. Nach zwölf Stunden bekam ich einen telephonischen Anruf des SS-Obersturmbannführers Liebenheschl, der mir mitteilte, daß auf Befehl des Reichsführers SS gegen diese Aktion keine Einwendung ge- macht werden dürfe. i
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