Ich möchte dem Reichsführer SS und dem SS-Obergruppenführer Pohl gegenübergestellt werden. Pohl oder Glücks sollen sich augenblick- lich bei St. Lambrecht in der Krevenzenhütte im Gebirge befinden.
Die Vergasungsanstalt Mauthausen wurde auf Anordnung des SS- Gruppenführers Glücks gebaut, da dieser behauptete, daß es mensch- licher sei, die Häftlinge zu vergasen statt zu erschießen.
SS-Obergruppenführer Pohl schickte mir eines Tages ohne vorherige Benachrichtigung 6000 Frauen und Kinder, die zehn Tage ohne Verpfle- gung auf dem Transport waren.— Sie wurden im Winter 1943 in offenen Kohlenwaggons ohne Decken transportiert.— Die Kinder habe ich, auf Befehl von Berlin, nach Bergen-Belsen(KZ) in Marsch setzen müs- sen. Wie ich vermute, sind sie alle gestorben. Das war mit ein Grund für meinen nervösen Zusammenbruch.
Ein Transport von 2500 Häftlingen kam vom Konzentrationslager Auschwitz nach Mauthausen und wurde, auf Befehl von Berlin, im Winter auf dem Appellplatz mit kaltem Wasser bespritzt(gebadet).— Ich mußte diesen Transport dann nach Gusen senden, auf einen Weg von ungefähr fünf Kilometer Länge.— Die Häftlinge hatten keine Kleidung außer Un- terhosen. Ich habe um Kleidung für die Häftlinge gebeten, bekam jedoch die Antwort von Berlin, daß man die Häftlinge, wenn nichts da sei, auch nackt hinschicken solle, Ich habe die Häftlinge also nur mit Unter- hosen bekleidet nach Gusen geschickt.— Dies ist x-mal der Fall gewesen.
Der Gauleiter Eigruber hat mir die Verpflegung für alle neuen Zugänge und schwachen Häftlinge versagt und ‚hat sogar angeordnet, daß ich 50 Prozent der für den Winter vorbereiteten Kartoffeln an den Gau abgeben mußte. Der SS-Gruppenführer Glücks war derjenige, der den Befehl herausgab, diejenigen Häftlinge, die im Krematorium arbeiten, nach Gusen zu senden, um sie dort mit Genickschüssen zu erledigen. Sie hatten schon in Auschwitz im Krematorium gearbeitet und konnten dar- über Auskunft geben.— Es existierte ein geheimer Befehl, daß das „Krematoriums-Kommando‘“ alle drei bis vier Wochen zu erschießen war. — Auch war ein geheimer Befehl vorhanden, alle gefangenen Ärzte und Sanitäter, die im Revier arbeiteten, umzulegen.— Ich habe die Aus- führung verweigert.— Diesen Befehl hatte der SS-Standartenführer Dr. Lolling an die SS-Arzte ausgegeben.— Ich habe es aber, als es mir vertraulich mitgeteilt wurde, verboten. Auch andere Häftlinge, die im Revier beschäftigt waren, sollten in andere Lager versetzt und dort um-
gebracht werden.—
Dr. Wolter, welcher zuletzt als SS-Standortarzt in Mauthausen fungierte, hat es aber verweigert.— Er befindet sich jetzt in Ebensee und ist an Fleckfieber erkrankt.


