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Geissel der Menschheit : kurze Geschichte der Nazikriegsverbrechen / Lord Russell of Liverpool ; deutsch von Roswitha Czollek
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so, als handle es sich um Frachtgut) und bis an die betreffende Stelle zu fahren.

Becker gab Anweisung, die Wagen der Einsatzgruppe D als Wohn- wagen zu tarnen und zu diesem Zweck bei den kleinen Typen auf jeder Seite ein Paar Fensterläden und bei den größeren je zwei an- zubringen. Sie wurden indessen so gut bekannt, daß sie sehr bald nicht nur bei der Truppe, sondern auch bei der Zivilbevölkerung Todeswagen hießen, und nach Beckers Meinung war es auch durch Tarnung nicht möglich, ihren Verwendungszweck geheimzuhalten. Das unwegsame Gelände und die schlechten Straßen, über die die Wagen fahren mußten, brachten sie bald zum Rattern, und dadurch lockerten sich die Abdichtungen und Nietstellen. Das bedeutete natürlich, daß die undichten Stellen Gas durchließen und die Wagen häufig in den Werkstätten der Einheit überprüft werden mußten. Die Fahrer und das technische Bedienungspersonal erhielten den Be- fehl, sich während des Vergasungsprozesses von den Wagen fern- zuhalten, um den schädlichen Auswirkungen der ausströmenden Dünste zu entgehen.

In Beckers Bericht hieß es weiter:

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf folgendes aufmerksam

machen: Verschiedene Kommandos lassen nach der Vergasung durch die eigenen Leute ausladen. Die Kommandeure der betreffenden S. K. habe ich darauf aufmerksam gemacht, welch ungeheure seelische und gesundheitliche Schäden diese Arbeit für die Männer, wenn auch nicht sofort, so doch später haben kann... Trotzdem will man von dieser Anordnung nicht abgehen, weil man befürchtet, daß die für die Arbeit herangezogenen Häftlinge einen günstigen Augenblick zur Flucht benutzen könnten...

Die Vergasung wird durchweg nicht richtig vorgenommen. Um die Aktion möglichst schnell zu beenden, geben die Fahrer durchweg Vollgas. Durch diese Maßnahme erleiden die zu Exekutierenden den Erstickungstod und nicht, wie vorgesehen, den Einschläferungstod. Meine Anleitungen haben nun ergeben, daß bei richtiger Einstellung der Hebel der Tod schneller eintritt und die Häftlinge friedlich ein- schlafen.

Verzerrte Gesichter und Ausscheidungen, wie sie zuvor gesehen wur- den, konnten seither nicht mehr bemerkt werden.

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