Vor der Übergabe hatten die Norfolks all ihre Waffen vernichtet; was sie an persönlichen Dingen noch bei sich hatten, wurde ihnen bei der Durchsuchung zusammen mit ihren Ausrüstungsgegenständen abgenommen.
Nach einer ganzen Weile ließ man sie denselben Weg wieder zurückmarschieren, bis sie, völlig arglos, an ein kleines Feld in der Nähe eines Bauernhauses gelangten. Hier sollte das Massaker statt- finden.
Auf dem Feld waren zwei Maschinengewehre der 4. Kompanie des Totenkopfbataillons in Stellung gebracht worden; der Kompanie- führer, Fritz Knochlein, wartete mit einer Gruppe von Offizieren und Unteroffizieren am Straßenrand. Auf seinen Befehl wurden die Ge- fangenen mit den Händen im Nacken auf das Feld geführt.
Dann gab Knochlein den Befehl, zu schießen, der von dem für den MG-Halbzug verantwortlichen Feldwebel weitergegeben wurde.
Beide Maschinengewehre eröffneten zur gleichen Zeit das Feuer. Von rechts nach links bestrichen sie die Kolonne der britischen Ge- fangenen, die in diesem Augenblick grade über die Schußlinie mar- schierten und sogleich niedergemäht wurden; einige fielen in eine kleine Bodenvertiefung, was den Soldaten Pooley und O’Callaghan, den beiden einzigen Überlebenden, das Leben rettete, wenn sie auch beide verwundet wurden.
Als der Beschuß aufhörte, stürzten sich die Deutschen mit gefälltem Bajonett auf die am Boden Liegenden und töteten alle, die noch Lebenszeichen von sich gaben. Auch die Offiziere und Unteroffiziere schossen mit Pistolen und Gewehren.
Der Besitzer des Gehöftes, der sein Haus während der Kämpfe verlassen hatte, fand am folgenden Tag bei seiner Rückkehr mehr als 200 leere Patronenhülsen an der Stelle, wo die Maschinengewehre gestanden hatten.
Die beiden Überlebenden verhielten sich still, bis die Nacht herein- brach; dann krochen sie unter dem Leichenhaufen hervor. Drei Tage lang hielten sie sich in einem ausgebrannten Bauernhaus versteckt, wo sie von einer Französin gefunden wurden, die ihnen, soweit es ihr möglich war, trotz der damit verbundenen großen Gefahr beistand und von Zeit zu Zeit etwas zu essen brachte. Schließlich wurden sie
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