In einer Rede zum Tag der Polizei sagte ihr Chef, Reinhard Hey- drich:„Die Geheime Staatspolizei, die Kriminalpolizei und der SD sind immer noch von der Heimlichtuerei und dem Geraune einer politischen Detektivgeschichte umgeben. Brutalität, an Sadismus grenzende Unmenschlichkeit und Rücksichtslosigkeit werden den Männern dieses Berufes im Ausland zugeschrieben.“
Der dritte und letzte Zweig der Schutzstaffeln war die Waffen-SS, eine speziell für den Aggressionskrieg ausgebildete Truppe. Ihre Entstehung wurde in einem amtlichen Naziorgan, dem Organisations- buch der Nazipartei für das Jahr 1948, wie folgt beschrieben:
Die Waffen-SS entstand aus dem Gedanken heraus, dem Führer eine auserlesene, länger dienende Truppe für die Erfüllung beson- derer Aufträge zu schaffen. Diese soll es den Angehörigen der Allge- meinen SS sowie Freiwilligen, die den besonderen Bedingungen der Schutzstaffel entsprechen, ermöglichen, auch mit der Waffe in der Hand im Kriege in eigenen Verbänden zum Teil im Rahmen des Heeres für die Verwirklichung der nationalsozialistischen Idee zu kämpfen.
Aber erst bei Ausbruch des Krieges trat diese Streitmacht unter der Bezeichnung Totenkopfverbände der Waffen-SS in Erscheinung; aus diesen wurden später die SS-Totenkopfdivisionen, die sich gleich zu Beginn des Krieges, im Mai 1940, in Paradis(Pas de Calais) mit un- auslöschlicher Schmach beluden.*
Die Waffen-SS war Himmlers„Leibgarde“. Sie unterstand zwar dem taktischen Befehl der höheren Wehrmachtsformationen, wurde jedoch durch die Verwaltungsorgane der SS, denen sie auch in diszi- plinarischer Hinsicht unterstellt war, ausgerüstet und versorgt. Himm- ler erwartete von ihr keine ritterliche Kampfesweise, und in einer Rede auf einer Konferenz kommandierender SS-Offiziere sagte er einmal, jeder SS-Rekrut müsse durch und durch von der Notwendig- keit durchdrungen sein, standzuhalten und den Rassenkampf unbarm- herzig zu führen.
In den letzten Jahren ist in Deutschland ein ganzes Heer von Apo- logeten der Waffen-SS aufgetreten, und deutsche Generäle, die als
* Siehe Kapitel II
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