schen 25 und 100, die ratenweise zu je 25 gegeben wurden. Bis 1942 schlugen die Oberaufseherinnen Mandel und Binz persönlich, einige Male auch Lager- kommandant Suhren. Dann wurden kriminelle Ele- mente unter den Häftlingen ausgesucht, die sich für eine Sonderration Brot dazu mißbrauchen ließen, ihre Kameradinnen zu prügeln, und sich dafür die Ver- achtung und den Haß der Häftlinge zuzogen.
Die zu Prügelstrafe Verurteilten mußten jeden Schlag mitzählen. Ohnmächtigen fühlte der Arzt den Puls; er gab das Zeichen für das Weiterprügeln. Un- zählige Frauen trugen durch die Prügelstrafe schwere Gesundheitsschäden davon, vor allem Nierenkrank- heiten. Einige Dutzend starben an den Folgen. Alle Geprügelten hatten monatelang dicke, blau-rote Strie- men. Stehen und sitzen, ja selbst liegen war nach dieser furchtbaren Mißhandlung eine Qual. Die Haut platzte auf, oft entstanden tiefe Wunden.
Eine der schwersten Strafen war die Verurteilung zu Arrest, der im sogenannten Bunker verbüßt werden mußte. Hier befanden sich in zwei Stockwerken acht- zig Zellen, jede drei Schritte breit und sechs Schritte lang. Es gab Tage, an denen zwanzig Häftlinge in einer solchen Zelle untergebracht waren. Da konnie keine Frau sitzen, keine gehen, keine liegen— alle standen eng aneinandergepreßt. Die Oberaufseherin- nen Maria Mandel und Dorothea Binz waren hier Herrscherinnen. Sie übten ein furchtbares Schreckens- regiment. Im Winter stellten sie mit Vorliebe die Hei- zung ab. Das Leichenkommando mußte so manchen hier zugrunde gegangenen Häftling vom Boden los- eisen, an dem er festgefroren war. Im Sommer ließen die Mandel und die Binz Dampf in die Zellen, deren Fenster oft wochenlang fest verschlossen blieben. Sie zwangen Häftlinge, in der kalten Zelle im Winter stundenlang in einem Behälter mit eiskaltem Wasser zu stehen, zogen die Frauen an den Haaren über die
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