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Vormarsch im September : Infanterie im Polenfeldzug / Justus Ehrhardt. [Künstler. Ausgestaltung: J. Nordmann]
Entstehung
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geschäͤndet, ermordet:Mein Mann, mein Bruder, der

Vater, alle tot, ermordet. Die Stimmen wehen herum, aber nun war auch ihr Tod nicht vergebens.

Mit dumpfem Dröhnen feuert die Artillerie. Die wagen knarren. Die Panzerwagen sind durchgebrochen und kämpfen im Kücken des Feindes, die Infanterie marschiert, Tag und Nacht, über Straßen und wege, über Acker, Gräben und wiesen. Die Männer sinken um vor Erschöpfung. Fertigmachen! Die Infanterie marschiert. Tag und Nacht. Tag und Nacht.

wie lange sind wir nun schon unterwegs? Die Er⸗ innerung daran weht wie Nebel über den Strom. Eine Ewigkeit dauerte dieser Brieg. Wir beginnen zu rechnen, zählen die Tage. Zwanzig Tage, einundzwanzig, fünf. undzwanzig. Es stimmt. Wir können es nicht fassen. In die ser knappen Zeit sollen wir das alles erlebt haben?

Die Nacht ging vorüber. Jetzt liegt helle Sonne auf dem Strom. Alles hat sich von Grund auf verändert. Auf den Heldern hinter dem Deich geht schon wieder der Pflug. mit weit ausholendem Schwung wirft der Bauer die Saat aus. Das Leben geht weiter, es siegt über den Tod.

Wir sind am Ziel!

Ruhetage an der Weichsel.

Abends stehen wir auf dem Platz neben den Fahr⸗ zeugen, und da singt einer das Lied vom Argonnerwald.

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