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Vormarsch im September : Infanterie im Polenfeldzug / Justus Ehrhardt. [Künstler. Ausgestaltung: J. Nordmann]
Entstehung
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einem grau verwitterten Bauernhaus breitet sich drůben lockend und grüßend in der Sonne aus. Die wellen blitzen und glitzern. Enten rufen im Schilf. Dazwischen flüstert und murmelt der Strom. Eine Sandbank, weiß und schmal, hebt und senkt ihren Rücken zwischen Blaue und Silber. Ein schwarzer, zerfallener Fischerkahn ragt wie ein Urtier aus der Flut. Pferde grasen am Ufer, die letzten Reste stolzer polnischer Regimenter. Manch mal heben sie sichernd die Köpfe, und dann wiehert das braune Pferd hell und jauchzend.

Wie unsere braune Zisa, erinnert sich Otto. Und dann steigt vor unseren Augen noch einmal Lisa auf: Finstere Nacht hängt über uns, ein Schuß kracht. Lisa konnte nicht weiter. Es kracht und blitzt. Fauchend und orgelnd jagen Granaten unter dem Sternenhimmel, dumpf rumpelt der Aufschlag. Strohmieten und Doͤrfer brennen. Der ganze Simmel roͤtet sich, eine Stadt steht in Flammen. Es knistert und heult überall. Ein Ma⸗ schinengewehr hämmert kurze, zornige Stöße. Das Panzerabwehrgeschütz neben der Strohmiete bellt hell und durchdringend. Rufe:Achtung, Feuer von links! Dann Volltreffer mit betäubendem, klirrendem Schlag, einmal, zweimal, dreimal.Sanitäter!

Die Toten sind still, und die Verwundeten klagen nicht. männer, Frauen und Rinder liegen am Wege, gequält,

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