Scheune abgehoben. Da ist plotzlich ein Wald mit Kiefern um uns her, mit rotbraunen Stämmen und leuchtendem Grün. Die Straße führt sandig und aus⸗ gefahren über eine Anhöhe und dann in die Niederung. Grüne, saftige Wiesen, umgeben von Weiden und ge⸗ flochtenen Zäunen, kommen auf uns zu. Die Gehöfte sind sauber und gepflegt.
Werner, Wiesner und ich marschieren in der Spitze vor dem Bataillon. Da stehen am Wege drei kleine Mädchen, zehnjährig vielleicht, blond, blauäugig, er⸗ wartungsvoll. Wiesner knurrt bedeutungsvoll:
„Sieh mal an, Ehrenjungfrauen!“
Werner verzieht ein bißchen verärgert den Mund:
„Ausgerechnet hier mitten zwischen den Polacken.“
Nein, wir erwarten nach allem, was hinter uns liegt, nichts Gutes mehr. Da heben die drei kleinen Mädchen ihre Sände und schmettern mit hellen, piep⸗ sigen Stimmen:„Seil Sitler!“
Wiesner läßt vor Schreck seinen Stahlhelm vom Arm abrutschen, polternd fällt der zur Erde. Werner bleibt der Mund offen, und ich stottere nicht sehr geist⸗ voll:„Na, wieso denn? Wie heißt ihr denn?“
„Elisabeth Hermann!“
„Lydia Sermann!“ „Anna Sermann!“


