Der Steg
Marschieren und marschieren. Es gibt kein Zurück 1 bleiben. Der Zorn treibt uns, mehr noch als der Befehl. 0 wir sind müde, zu Tode erschöͤpft. Wir taumeln aus der kurzen Ruhe hoch, blinzeln um uns und warten schon auf den Befehl:„weiter!“ Die Müdigkeit verfliegt mit jedem Schritt nach vorn. Der Morgen graut. Wieder ein Tag aus der Ewigkeit dieses Krieges. 0
n
Da kommen uns Flüchtlinge entgegen. Erst zehn, 1 dann hundert, dann tausend, zehntausend. In ununter⸗ brochenem Strom quillt uns das Seer der Flüchtlinge entgegen. Männer, Frauen, Rinder, jeden Alters und
jeden Standes. Zu Fuß, zu Kad, mit Schiebkarren, S 1 panjewägelchen, mit Leiterwagen und mit herrschaft 2 lichen, gummibereiften Raleschen. Der Ring von Rutno 5 entläßt zuerst die Flüchtlinge. Verhungert, durchnäßt r müssen sie jetzt den Elendsgang noch einmal zurücklegen, da, hundert Vilometer, tausend vielleicht, und dabei sind We sie schon viele Wochen unterwegs. 07 Verängstigt, verhetzt, verraten, erwarten die polni⸗ f Er schen Flüchtlinge vielleicht ein Strafgericht. Aber unser g Kamerad„Onkel Gtto“ reicht ihnen Brot, eine Büchse eu Fleisch, und in den wagen, auf dem die vielen Rinder 22 zitternd und bleich wie verängstigte Vögel hocken, reicht


