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Vormarsch im September : Infanterie im Polenfeldzug / Justus Ehrhardt. [Künstler. Ausgestaltung: J. Nordmann]
Entstehung
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Stolz und Bereitschaft, das wissen um den großen Ernst verbinden uns. Der Trommelwirbel geht in der Nacht unter, er klingt in unseren Serzen nach. Da schiebt sich durch den Regen die Front unseres Zuges. Polternd stoßen die Wagen gegeneinander.

Einsteigen! Das Trompetensignal reißt uns hoch. wir stolpern über die Schienen und klettern in die Güterwagen mit Bänken und mit den paar Sänden voll Stroh am Boden. Stahlhelme und Gasmasken klappern, ein paar Minuten Finsternis und Verwirrung, dann hat jeder seinen Platz, und unversehens gleitet der Zug aus dem Bahnhof. Menschen stehen an der Rampe und winken uns nach wie von einem anderen Ufer. Immer mehr entfernen wir uns vom Grüßen und winken. Die Finsternis saugt uns auf in immer schnelle⸗ rem Wirbel. Die Räder stoßen und pochen hart und un⸗ erbittlich. Der Wagen schleudert uns gegeneinander. wir können uns nicht sehen, wir schreien uns an, wir werden rasch taub vom Lärm, aber es klingt durch alles hindurch wie ein Ruf: Wir kommen!

Der Gedanke daran läßt uns verstummen. Wir wissen nicht, wohin es geht. wir ahnen nur: ostwärts. Wir lauschen auf den Rhythmus der Räder. Jetzt sind wir Teil eines großen Geschehens, unaufhaltsam reißt es

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