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Die Hundeblume : Erzählungen aus unseren Tagen / Wolfgang Borchert
Entstehung
Seite
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wissen Sie, das Schiefstehen. Und das andere. Alles vonden Bomben. Diese Bomben wirkten ja tat- sächlich eklatant. Entsetzlich, schändlich eklatant.

Und alle, Laterne, Telefonzelle und Litfaßsäule, alle gleich traurig und in ihren Tränen erstickt. Und Bill Brook, der Kanadier, der Flieger, der Farmer aus Labrador, wie sie: Traurig. Und er fühlte sich wie sie: Krumm, durchsiebt, schief. Und er machte seine Schritte noch ein paar Zenti- meter größer. Die Sonne hinter ihm wurde müde und sah nur noch mit einer Hälfte über die Sil- houette der Stadt hinweg. Bill Brook, der Feld- webel, der so stolz und gut gelaunt losgezogen war, machte nun Riesenschritte. Und die verweh-

ten ohne Widerhall in der flachen totenStadt ohne_

Trost, die keine Stadt mehr war, die nur noch Wüste war, Ebene, Ode, Feld, Steinacker: Friedhof ohne Friede mit graugrünem Gras und einigen hundert erstaunt stehengebliebenen Schornsteinen als mageren, düster drohenden Leichenfingern.

Er fühlte sich unbehaglich, Bill Brook, und er war froh, als er plötzlich auf einer leicht geknickten geländerlosen Brücke vor einem kleinen hellen grünsilbernen schlickschwarzen Kanal stand. Er vergaß froh die Wüste, die im kilometerweiten Kreis ihn umkreiste. Er war ganz glücklich: auf einmal und er hätte beinahe in die Hände ge- klatscht wie vor einem Geburtstagstisch, der sechs- undzwanzigjährige Mann, als er am Kanalufer ein

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