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Die Hundeblume : Erzählungen aus unseren Tagen / Wolfgang Borchert
Entstehung
Seite
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Benzin, Gin undLippenstift zu riechen, dieHunde- MB Erwareint blume an seine hungrige Nase, die schon monate-wilden Vo "lang nur das Holz der Pritsche, Staub und Angst- den Baum schweiß gerochen hat- und er saugt so gierig aus Kabeljau und der kleinen gelben Scheibe ihr Wesen in sich hin- nicht begriff, ein, daß er nur noch aus Nase besteht. bereit zum( Da öffnet sich in ihm etwas und ergießt sich wie 7 füterter.. Licht in den engen Raum, etwas, von dem er bis- Die ganze her nie gewußt hat: Eine Zärtlichkeit, eine Anleh- Hände das ı nung und Wärme ohnegleichen erfüllt ihn zu der| 7 under fühlt Blume und füllt ihn ganz aus.| ten, dunkle, Er ertrug den Raum nicht mehr und schloß die- angewöhnte Augen und staunte: Aber du riechst ja nach Erde.) Blumen bra. Nach Sonne, Meer und Honig, liebes Lebendiges!! zahn- win Er empfand:ihre keusche Kühle wie dieStimme ds Vaters, den er nie sonderlich beachtet hatte und der}

nun soviel Trost war mit seiner Stille- er empfand

sie wie die helle Schulter einer dunklen Frau.| Er trug sie behutsam wie eine Geliebte zu seinem Wasserbecher, stellte das erschöpfte kleine Wesen

da hinein, und dann brauchte er mehrere Minuten

- so langsam setzte er sich, Angesicht in Angesicht mit seiner Blume. E

Er war so gelöst und glücklich, daß er alles abtat ,' und abstreifte, was ihn belastete: die Gefangen- schaft, das Alleinsein, den Hunger nach Liebe, die Hilflosigkeit seiner zweiundzwanzig Jahre, die Gegenwart und die Zukunft, die Welt und das Christentum= ja, auch das!

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