Die Bibel erklärt am besten das heutige herbe Schicksal des deutschen Volkes. Sie läßt an der Geschichte des alt- testamentlichen Volkes ahnen, daß jedes Volk von Gott einen besonderen Beruf, eine besondere Aufgabe erhält. Bei Bejahung und Erfüllung des Berufes reichlichst be- gnadet, gewinnt es auch irdische Güter die Fülle. Zu wel- cher Weltgeltung steigt das deutsche Volk im Zeichen des christlichen Glaubens im Mittelalter empor; wie wird es, mit dem imperium d. h. der politischen Oberführung bedacht, zu einer Macht der Völkerorganisierung und Völkerzusammenfassung! Wie beginnt aber auch schon der Verfall bei Vergessen auf den Beruf, bei Zerstücke- lung des„ungeteilten Rockes Christi; beim Glauben an irdische Auserwählung statt an religiöse Berufung; bei Verlangen nach Weltherrschaft statt nach Ausübung des Schutzes von Kirche und Christenheit!So wie nach derBibel die Mehrheit des alttestamentlichen Judenvolkes für die Verkennung seiner Aufgabe mit politischer Spaltung und dann mit dem assyrisch-babylonischen Exil, d. h. mit dem Druck von Fremdmächten bestraft wurde, so wie sein Kampf gegen Christus mit der Zerstörung Jerusalems endete, so erleidet heute das deutsche Volk ein ähnliches Schicksal für den Abfall von seiner Mission.„Jerusalem, Jerusalem‘, spricht Christus,„wie oft wollte ich deine Kinder sammeln, aber ihr habt nicht gewollt. So seht denn: euer Haus wird euch öde gelassen werden; von eurem Tempel wird kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden. Diese Worte Christi machen auch das deutsche Schicksal verständlich. Es
heißt in der Bibel:„Worin jemand gesündigt hat, darin
wird er bestraft.” Wie bewahrheitet sich heute dieses Wort an Deutschland! Es verlor sich in vielen Millionen völlig an die Welt; nun wird ihm das Weltgeschäft zer- schlagen. Es löste sich in der Mehrheit heraus aus der alten christlichen Gemeinschaft; nun wird es zeitweise aus der Gemeinschaft der Völker ausgestoßen. Es brüstete sich allzusehr: Germania docet= Deutschland ist die Lehr-Nation;, nun muß es sich von Fremden belehren lassen. Es ließ seine Jugend in UÜbermut singen:„Heute
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