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Kriegsbeschädigung auch des eigenen Heims, so daß es anfangs September 1944 notwendig wurde, einen Unter- schlupf in der Fremde zu suchen. Er fand sich zunächst in Bezau im Bregenzerwald bei der braven, menschenfreund- lichen Familie der Witwe K. Kohler, dann bei der Schwe- ster Anna in Ailingen bei Friedrichshafen am Bodensee.
Sobald ich, 1942, einigermaßen genesen war, suchte ich mich durch Studium und Schreiben auf dem Damm zu halten. Arbeit war mir immer ein Bedürfnis gewesen; jetzt half sie auch über die Stunden der schweren Sorgen hinweg. Ich war im Gefängnis zum intensiven Leser der Bibel geworden; je länger je mehr wurde sie mir zum Hauptforschungs- und Betrachtungsgegenstand, zugleich zur Hauptquelle von Mut, Kraft und Trost. Als Sechzig- jähriger mit etlichen Kenntnissen von Literatur und Ge- schichte, von Menschen und Dingen, nach Beobachtungen aus den Höhen und Tiefen des Lebens, findet man natür- lich unendlich mehr in der Bibel, als ehedem als Volks- schüler und Student. Man erfaßt sie mehr und mehr als das Buch der Bücher, als das Licht der Lichter. Man er- kennt: In den Gestalten und Ereignissen der Bibel lebt Allzeitliches; da ist die ganze Problematik von Welt und Menschen eingefangen; da enthüllen sich die Früchte alles Denkens, Tuns und Lassens. Man erkennt: In der Bibel sind wirklich die Rätsel der Welt gelöst; hier wer- den die großen Lebensgesetze sichtbar; hier werden die erlösenden, befreienden Werte vermittelt. Und man ent- deckt: Nach diesen Lösungen und Werten tasteten ahnend die großen Genien des Altertums; vor diesen Lösungen und Werten beugen sich ehrfurchtsvoll die größten Geister der Neuzeit. Hier sind die Wege gezeigt, die die Menschheit beschreiten muß, wenn sie aus dem tiefen Verfall, in den sie geraten ist, wenn sie aus Barbarismus und Kannibalismus wieder zu würdigem Menschentum zurückfinden will. Je länger je mehr wird erfaßt: Die
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