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Erlebnisse und Bekenntnisse : ein Kapitel Lebenserinnerungen des früheren Herausgebers der Zeitschrift "Das Neue Reich" und "Schönere Zukunft" / Joseph Eberle
Entstehung
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holte ich mich unter liebevollster Pflege und ausgezeich- neter ärztlicher Betreuung immer mehr. Freilich, an die Stelle des Gefängnisdruckes traten immer wieder andere Quälereien. Zwar, die Überprüfung der Geschäftsgebarung derSchöneren Zukunft auf Jahre zurück hatte sich für die nach Verstößen Suchenden als ergebnislos erwiesen. Wären solche entdeckt worden, so wäre der Vorwand zu Beraubungen an weiterem Privatvermögen gegeben ge- wesen. Aber die Überprüfer mußten das Einwandfreie, ja geradezu Vorbildliche der Buchführung, der Bilanzierung und Steuerzahlung feststellen. Dafür erhielt ich eines Tages aus der Kärntner Statthalterei den amtlichen Be- scheid, das kleine Landgut meiner Frau am Ossiacher See sei(aus politischen Gründen) enteignet. Nur der Umstand, daß für diesen Besitz rechtzeitig durch Notariatsakt der Sohn als Erbe bestimmt worden war, und dieser nach den geltenden Vorschriften während seiner Militärzeit wirt- schaftlich nicht geschädigt werden durfte führte, unter Mitwirkung militärischer Stellen, zur Wiederaufhebung des Enteignungsbescheides. Dafür wurde dieser Besitz zur Unterbringung Evakuierter beschlagnahmt! Wir durften nur mehr die Steuern bezahlen, hatten aber praktisch kein Verfügungsrecht mehr über den Besitz. Nur ein einziges Zimmer blieb uns noch als Absteigquartier reserviert. Außerdem wurde in der Folge der Schwiegersohn, ein Herr Riccabona von Reichenfels, von der Gestapo(bis Kriegsschluß) in Schutzhaft genommen wegen angeb- lich beabsichtigter Verbreitung von Flugschriften aus meiner Feder und wegen behaupteter Unterlassung der Anzeige eines Kollegen in seinem Büro, der Mitglied der österreichischen Freiheitsbewegung war. Vom Früh- jahr 1944 an, als der Krieg in das Entscheidungsstadium eintrat, kam dann der Druck der wachsenden Lebens- mittelknappheit, der ständig strengeren Behördenverord- nungen, der Anforderung der Hausgehilfinnen für öffent- liche Arbeiten, der Anforderung der Kinder für Fabriks- und Spitalsdienst, zuguterletzt der Druck der feindlichen Luftbombardements auf Wien; der Druck der Kriegszer- störung von Eigen- und Verwandten-Eigentum und der

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