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Erlebnisse und Bekenntnisse : ein Kapitel Lebenserinnerungen des früheren Herausgebers der Zeitschrift "Das Neue Reich" und "Schönere Zukunft" / Joseph Eberle
Entstehung
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NN

die den Blick auf den Innenhof bzw. eine hohe Gegen- wand freigaben, aber nicht zum blauen Himmel und zur Sonne. In einer inneren Ecke war das Klosettgestell, zeit- weise ohne Wandschirm davor. An den Wänden hingen ein paar kleine Regale zur Unterbringung von Waschzeug und sonstigen Kleinigkeiten; für Wäsche und Schuhe gab es Pappschachteln. Tagsüber stand ein länglicher Holz- tisch in der Zellenmitte, davor schmale, grobe Holzbänke. Die Tagesordnung war diese: Um 4.45 Uhr Aufstehen; dann 5 Minuten Zeit zu flüchtigstem Waschen und Zähne- putzen in einem Nachbarraum, wo sechs Hähne über einer großen Blechrinne Wasser strömen ließen. Dann in der Zelle anderthalbstündiges Warten auf das Frühstück bei kümmerlicher Beleuchtung. Meist wurde während der Zeit im Gänsemarsch um den Tisch herumgewandert, nachdem die Pritschen hinausgetragen und die Wand- betten wieder aufgeklappt und abgeschlossen waren. Zum Frühstück kam ein Topf schwarzer Ersatzkaffee mit der Brotration für den ganzen Tag: am einen Tag 4, am an- dern Tag 5 schmale Scheiben. Dann wurden von einem Wachtmeister nationalsozialistische Zeitungen zum Kauf angeboten; es wurde also jetzt gelesen und diskutiert. Ich hatte von der Gestapo ausnahmsweise die Erlaubnis erhalten, mir die Bibel geben zu lassen, und ich widmete ihr im Tag 34 Stunden Lesung. Um 11.30 Uhr kam das Mittagessen; regelmäßig eine mit Gelatine verdickte graue Suppe ohne Fett, dann abwechselnd am einen Tag recht saures Kraut, am anderen Tag recht saure Rüben. Nur Sonntags gab es Nudelsuppe mit Fleisch. Nach dem Mittagessen wieder Gehen im Gänsemarsch um den Tisch, dann Herumstehen und Herumsitzen, Lesen und Disku- tieren; bisweilen recht ungemütliches Diskutieren, weil manche, von langer Gefängnishaft überreizt, gleich zu Tätlichkeiten neigten, wenn ihnen widersprochen wurde. Abends wurde neuerdings Suppe gebracht, dann abwech- selnd bald etwas Marmelade, bald etwas Margarine, bald etwas Pferdewurst, und dazu kam der Rest des in der Frühe gefaßten Schwarzbrotes.

Das Unangenehmste war das ewige Eingesperrtsein in der

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