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Erlebnisse und Bekenntnisse : ein Kapitel Lebenserinnerungen des früheren Herausgebers der Zeitschrift "Das Neue Reich" und "Schönere Zukunft" / Joseph Eberle
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Hauptkritiker? Leute ohne die entsprechende theologische, philosophische, geschichtliche Bildung; Leute ohne die entsprechende eigene Tapferkeit und Opferbereitschaft. Im Inland zumeist Kreise, die, als zur Zeit der Herrschafts- kämpfe des Nationalsozialismus die Geschosse um die Köpfe pfiffen, sich in die letzten Löcher verkrochen und schweigsamste Eremiten wurden; im Ausland, namentlich im neutralen, Kreise, die nie von einem Despotismus an Leib und Leben bedroht wurden, die nie hungerten und froren, dafür aus weichen Klubsesseln, bei der Havanna und guten Schnäpsen, um so lieber Anathemas schleu- dern. Diese Leute sollen erst einmal selber Mut und Opfer- sinn bewähren, bevor sie, leichtfertig, die Ankläger gegen Persönlichkeiten spielen, die ihr Wissen, ihren Mut und ihre höchste Opferbereitschaft unter Beweis gestellt haben. Ganz ebenso sind höchst wenig zurKritik berufen Leute, die für gewöhnlich auf dem Standpunkt stehen, die Religion habe überhaupt nichts mit der Politik zu tun, die dementsprechend dem Papst und Episkopat jede Einfluß- nahme auf politische Entscheidungen verwehren, oder die die Kirche nur als Kultur- oder Polizeiabteilung des Staates dulden. Grundsätzlich in der eigenen Praxis dem Laizismus huldigen, für Politik und Staat die absolute Souveränität, selbst eine solche außerhalb der sittlichen Weltordnung fordern und dann den H. H. österreichischen und deutschen Bischöfen und ihren Mitarbeitern Vorwürfe darüber machen, daß sie nicht politische Revolutionäre wurden das bedeutet höchste Inkonsequenz. Am allerwenigsten sind zur Kritik berufen Leute, die die Kirche immer nur bekämpft, als überholte Romantik, als Dunkelmänneranstalt, als lästigen Bremsklotz, als unnöti- ges Gewächs, als das Gebilde von Hysterikern und Schwächlingen, als hohlen Popanz, als ohnmächtigen Kinderschreck verlästert haben. Wie können diese Kreise plötzlich verlangen, die Kirche hätte ihre Schutzmacht, ihre Retterin vor Hitler sein müssen? Und weiterhin: Am allerwenigsten sind zur Kritik berufen Leute, die nicht genug Bekämpfung des Hitlerismus im kirchlichen Deutschland und Österreich von gestern finden, die sich

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